Aktualisiert 12.03.2020 11:10

Kontroverses VideoRTL schmeisst Naidoo aus der DSDS-Jury raus

Immer wieder gerät Musiker Xavier Naidoo wegen politischer Statements in die Kritik. Nun sorgte ein neues Video für Empörung. Naidoo singt von gefährlichen Flüchtlingen.

von
gwa
1 / 10
Wegen eines kontroversen Statements über Flüchtlinge steht der deutsche Sänger Xavier Naidoo (48) in sozialen Medien unter Beschuss.

Wegen eines kontroversen Statements über Flüchtlinge steht der deutsche Sänger Xavier Naidoo (48) in sozialen Medien unter Beschuss.

Screenshot Twitter
Ich hab fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?», singt Naidoo. Und weiter: «Da muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt es mit mir zu tun. Lass uns das beenden – und zwar nun.»

Ich hab fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?», singt Naidoo. Und weiter: «Da muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt es mit mir zu tun. Lass uns das beenden – und zwar nun.»

Screenshot Twitter
Der deutsche Fernsehsender RTL distanziert sich von den Äusserungen. Naidoo sitzt in der Jury der Sendung «Deutschland sucht den Superstar», die auf RTL ausgestrahlt wird.

Der deutsche Fernsehsender RTL distanziert sich von den Äusserungen. Naidoo sitzt in der Jury der Sendung «Deutschland sucht den Superstar», die auf RTL ausgestrahlt wird.

Screenshot Twitter

Nachdem seit Dienstagabend auf Twitter ein Video kursierte, in dem Sänger Xavier Naidoo (48) fremdenfeindliche Zeilen rappt und singt, hat ihn RTL am Mittwoch aus der DSDS-Jury geworfen. In einer Mitteilung heisst es, dass Naidoo dem Sender viele Antworten schuldig bleibe. Es seien zudem weitere Videos aufgetaucht, die in eine ähnliche Richtung gehen.

RTL-Geschäftsführer Jörg Graf sagt gegenüber Bild.de: «Wir sind Verfechter der Meinungsfreiheit. Dazu gehört aber auch, dass wir jede Form von Rassismus und Extremismus entschieden ablehnen. Die jetzt aufgetauchten Videos von Xavier Naidoo haben uns massiv irritiert.» Naidoo wird in der Liveshow vom kommenden Samstag nicht mehr am Jurypult sitzen.

55 Sekunden dauert der Videoclip, der derzeit durch die sozialen Medien geistert: Xavier Naidoo sorgt darin mit einem gesungenen Statement über Flüchtlinge für Empörung im Internet. «Ich hab fast alle Menschen lieb. Aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?», singt Naidoo. Und weiter: «Da muss ich harte Worte wählen, denn keiner darf meine Leute quälen. Wenn doch, der kriegt es mit mir zu tun. Lass uns das beenden – und zwar nun.»

In verschiedenen sozialen Medien wird Naidoo für das Video heftig kritisiert. Neben diversen Nutzern haben etwa auch die TV-Sender ProSieben und RTL am Mittwoch Statements dazu veröffentlicht. RTL hat dem Sänger inzwischen aus der DSDS-Jury rausgeworfen.

Inzwischen ist auf dem Instagram-Profil des Sängers ein Statement zum Thema erschienen. Der Text im Video stamme aus dem Jahr 2018, heisst es darin. Er wende sich gegen absolut falsche Interpretationen seiner Aussagen. Flüchtlinge bedürfen uneingeschränkter Solidarität.

Naidoo schreibt weiter, dass ihm «Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit» fremd seien, auch wenn er sich «zuweilen emotional künstlerisch» äussere.

«Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander», heisst es unter anderem im Statement. Das bedeute für ihn aber auch, dass man wachsam gegenüber Angriffen sein müsse Gewalttaten wie in Chemnitz, Hanau oder Halle seien zu verurteilen.

Nicht der erste Vorfall

Der deutsche Sänger gerät immer wieder wegen seiner Äusserungen in die Kritik. 2017 wurde Naidoo wegen des Liedes «Marionetten» als «rechter Hetzer» bezeichnet. So schrieb etwa die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ), dass «Xavier Naidoo und seine Band rechten und teils auch antisemitischen Verschwörungstheorien anhängen».

Im November 2015 hatte die andauernde Kritik auch Auswirkungen auf Deutschlands Teilnahme beim Eurovision Song Contest (ESC) So sollte Naidoo etwa ohne Vorausscheidung für Deutschland beim ESC-Finale auftreten. Auf diese Ankündigung folgte ein heftiger Shitstorm. Schliesslich stoppte die ARD ihre Pläne: Naidoo war beim ESC doch nicht dabei.

Nur wenige Wochen später geriet Naidoo mit seinem Song «Nie wieder Krieg» erneut in die Kritik, etwa wegen Zeilen wie «Muslime tragen den neuen Judenstern, alles Terroristen, wir haben sie nicht mehr gern.»

Anzeige wegen Volksverhetzung

2014 löste der Frontmann der Söhne Mannheims Diskussionen aus, als er am Tag der Deutschen Einheit vor rechtspopulistischen Reichsbürgern sprach, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen.

2012 wurden Naidoo und Rapper Kool Savas wegen des Songs «Wo sind sie jetzt?» wegen Volksverhetzung angezeigt: Die beiden sollen im Song zu Gewalt aufgerufen haben, zudem hätten sie homophobe Äusserungen gemacht. Naidoo und Kool Savas wiesen die Vorwürfe zurück. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Mannheim leitete schliesslich kein Verfahren ein.

Naidoo tritt mit seiner Band Söhne Mannheims im Sommer am Blue Balls Festival in Luzern auf. Ob der jüngste Vorfall Auswirkungen auf das Konzert hat, ist noch unklar. Eine Anfrage von 20 Minuten bei den Verantwortlichen des Festivals ist derzeit hängig.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.