Verschmutzung: Schmerzmittel belasten Alpnachersee
Aktualisiert

VerschmutzungSchmerzmittel belasten Alpnachersee

Eine Untersuchung der Umweltämter zeigt: Der Alpnachersee ist mit erhöhten Rückständen von Diclofenac belastet. Daran sind unter anderem Spitäler schuld.

von
Sarah Weissmann
Die Umweltämter haben im Alpnachersee Rückstände von Schmerzmitteln festgestellt.

Die Umweltämter haben im Alpnachersee Rückstände von Schmerzmitteln festgestellt.

Im Alpnacher Becken ist die Konzentration des Schmerzmittels Diclofenac hoch: Konkret ist sie 40 mal höher als im übrigen Vierwaldstättersee – und das ist schädlich für die Pflanzen- und Tierwelt. Auch Körperpflegeprodukte, Reinigungsmittel und Pflanzenschutzmitteln belasten den Alpnachersee. Die Konzentration des Medikaments Diclofenac etwa beträgt im Alpnachersee 10 bis 40 Nanogramm pro Liter – in anderen Bereichen des Vierwaldstättersees gerade mal 1 Nanogramm, berichtete die Neue LZ.

Rückstände stammen von den Spitälern

Aus einem Newsletter der Zentralschweizer Umweltdirektoren geht hervor, dass die Spitalabwässer der beiden Kantonsspitäler Sarnen und Stans der Hauptgrund für die Verunreinigung sind. Denn die Medikamente durchlaufen zwar die Abwasserreinigungsanlage, doch können diese keine Medikamentenrückstände aus dem Abwasser klären. Hinzu kommt, dass der Alpnachersee verglichen mit andern Bereichen klein und flach ist. Dadurch werden die Rückstände weniger verdünnt. Ausserdem ist die Verbindung vom Alpnachsee zum Vierwaldstättersee eher schmal; das verringert den Wasseraustausch.

Kläranlagen werden aufgerüstet

Beim Bund kennt man das Problem und will handeln. Stände- und Nationalrat haben vor kurzem das revidierte Gewässerschutzgesetz verabschiedet. Dieses sieht vor: Kläranlagen, an die mehr als 24'000 Einwohner angeschlossen sind, benötigen den Einbau einer zusätzlichen Reinigungsstufe für das Eliminieren von Spurenstoffen in Abwassern; so können auch Medikamente aus dem Wasser herausgefiltert werden . Denn der Gehalt von Spurenstoffen würde sich um 90 Prozent reduzieren lassen, wenn die Abwässer entsprechend gereinigt würden, wie aus dem Newsletter hervorgeht.

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