Aktualisiert 04.08.2004 23:54

Schmid-Idee: Truppe für die innere Sicherheit

Nach der Wehrpflicht-Abschaffung wartet Bundesrat Samuel Schmid bereits mit einer neuen Idee auf: Er will eine ständige Truppe für Sicherheitsaufgaben im Inland schaffen – und stösst damit Politiker vor den Kopf.

Die neue Armeetruppe soll bis zu 1000 Mann umfassen und nur aus Durchdienern bestehen. Sie wäre während 365 Tagen für Einsätze wie die Bewachung von Botschaften oder bei Grossveranstaltungen wie dem Wef auf Abruf bereit. «Ziel ist es, dass diese neue Sicherheitstruppe für die Unterstützung der Polizei bereit ist, sobald diese gebraucht wird», sagte Schmid gegenüber Radio DRS. Er will diesen Vorschlag sowie die bereits am Dienstag gegenüber Radio DRS zum Thema gemachte Abschaffung der Wehrpflicht dem Bundesrat im September unterbreiten.

«Ich bin vor den Kopf gestossen», wetterte gestern SP-Nationalrat Boris Banga. Es sei erstaunlich, dass Schmid mit solch höchst aussergewöhnlichen Ideen in der Sommerpause komme. «Langsam habe ich das Gefühl, Schmid lenkt damit von den Problemen im eigenen Departement ab», so Banga weiter, für den 20-jährige Durchdiener zudem absolut ungeeignet für Polizeiaufgaben sind. Eine Militarisierung der inneren Sicherheit sei inakzeptabel.

«Es ist beunruhigend, dass Schmid alle Tage neue Ideen präsentiert», findet auch SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer. Denn es schade der Armee, wenn man immer wieder mit solchen Schnellschüssen komme.

Cornelia Stauffer

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