Schlüsselübergabe: Schmid und Maurer in aller Nüchternheit
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SchlüsselübergabeSchmid und Maurer in aller Nüchternheit

Der Wechsel an der Spitze des VBS rückt näher: Bundesrat Samuel Schmid hat am Montagmorgen seinem Nachfolger Ueli Maurer symbolisch die Schlüssel zu seinem Büro im Bundeshaus übergeben. Die Atmosphäre zwischen den beiden blieb nüchtern.

Nachdem sich Schmid und Maurer im Büro des Bundeshauses Ost besprochen hatten, traten sie vor die Tür. Beide wirkten entspannt und lächelten leicht. Schmid wünschte Maurer, dem neuen Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), «alles Gute, Gesundheit und auch das nötige Glück». Schmid hielt dazu einen Büroschlüssel in die Kameras und übergab ihn Maurer. Er sei überzeugt, dass dieser die Aufgabe als VBS-Chef «mit dem nötigen Erfolg» meistern werde. Er habe Maurer kurz nach dessen Wahl den Ordner mit den zentralen Führungsinstrumenten übergeben. Seither habe man bereits mehrmals darüber gesprochen, sagte Schmid.

Maurer antwortete mit einem Dank. Er glaube, gut dokumentiert worden zu sein und wünsche Schmid seinerseits gute Gesundheit. Dann reichten sich der per 31. Dezember abtretende Schmid und der am 1. Januar antretende Bundesrat Maurer die Hände.

Auf die Frage eines Journalisten an Maurer, wie er sich fühle, mit dem positiven Entscheid des Bundesrats über den Einsatz von Schweizer Soldaten gegen Piraten am Horn von Afrika vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein, sagte Maurer, dazu äussere er sich erst im Januar. Schmid hingegen wandte sofort ein: «Es ist nicht richtig, hier von einem 'Fait accompli' zu sprechen». Es sei noch kein Einsatzentscheid gefallen. «Und über das definitive Dispositiv ist meines Wissens noch nicht entschieden», sagte Schmid. Angesprochen darauf, ob er seinem Nachfolger einen Ratschlag gebe, antwortete Schmid: Ich gebe keine Ratschläge». Sollte er angefragt werden, antworte er natürlich gern. Von sich aus erteile er aber keine Ratschläge.

Maurer musste daraufhin noch erklären, woher die blauen Flecken um sein rechtes Auge und auf der Stirn herrührten. Er habe in der Nacht zum Sternenhimmel blicken wollen und sei dabei auf dem Eis im dunklen Wald ausgeglitten und gefallen, sagte Maurer lächelnd.

Schmid wie Maurer gaben an, bis zum 31. Dezember noch zu arbeiten. Maurer sagte, er bereite sich auf sein Amt vor. Auf Schmid wartete nach der Schlüsselübergabe aber auch Vergnügliches: Im Bundeshaus wurden das Jodelduett «Geschwister Rymann» und ihr Bruder in blauer Jodlertracht gesichtet. Sie würden Schmid ein Ständchen darbringen, hiess es auf Anfrage. Schmid war mit dem kürzlich verstorbenen Vater Ruedi Rymann befreundet gewesen.

Quelle: SDA/ATS/AP

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