Schmid: WEF als Chance für mehr Gerechtigkeit
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Schmid: WEF als Chance für mehr Gerechtigkeit

Mit einem Appell für den Frieden und die Bekämpfung der Armut hat das WEF 2005 am Mittwoch in Davos begonnen. Bundespräsident Samuel Schmid sprach in seiner Eröffnungsrede von den Chancen, die das Forum in sich birgt.

Das WEF könne eine Chance sein «für wirtschaftliche Entwicklung und Prosperität. Aber auch für den Frieden und weltweit mehr Gerechtigkeit, für weltweit mehr Verantwortung», sagte Schmid laut Redetext. Sein Credo: «It is your mind - that creates this world».

Mit einem Blick auf die grössten Risiken und Herausforderungen der Welt, die vom WEF veröffentlicht wurden, sprach Schmid von den Problemen, die «die unsrigen sind». Zur Lösung dieser Probleme brauche es auch eine starke Wirtschaft und erfolgreiche Unternehmen.

Damit verbunden sein müsse die Einsicht zur Gesamtverantwortung von Unternehmerinnen und Unternehmer. «Unser Handeln» könne an einem Satz in der Präambel in der Schweizer Verfassung gemessen werden: «Die Stärke des einen misst sich am Umgang mit der Schwäche des anderen.»

Am Forum wollen Politiker und Konzernchefs denn auch darüber diskutieren, wie der Zustand der Welt verbessert werden kann. «Wir müssen die Herausforderungen identifizieren und diese in den Workshops und Seminarien erörtern», sagte WEF-Sprecher Mark Adams.

Schwerpunkt Afrika

Der britische Premierminister Tony Blair nannte die Not in Afrika und den Klimawandel als Schwerpunkte der britischen Präsidentschaft der G-8. Der Gemeinschaft gehören die führenden sieben Industriestaaten und Russland an.

Der französische Präsident Jacques Chirac stellte Ideen für die Finanzierung eines verstärkten Kampfes gegen Aids vor. Ihm schwebt etwa die Besteurung von Ländern mit einem Bankgeheimnis vor. Chirac, der wegen des schlechten Wetters nicht nach Davos fliegen wollte, sprach am Mittwoch via Liveschaltung zu den Teilnehmern des WEF.

Handlungsbedarf ortete auch Novartis-Chef Daniel Vasella, einer der Ko-Präsidenten des diesjährigen WEF. Um die Armut zu bekämpfen, müssten Regierungen, Firmen und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten.

Seiner Ansicht nach ist der Frieden die wichtigste Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität. In diesem Zusammenhang wird etwa der Nahe Osten ein zentrales Thema des WEF sein.

Das WEF will sich dieses Jahr den «globalen Themen» widmen: Rund die Hälfte der Anlässe die globale Agenda, wie WEF-Managing-Director Ged Davis vor den Medien ausführte. Die übrigen Panels thematisieren die Geschäftswelt, die Wissenschaft und die Kultur.

Public-Eye-Preise

Mit einer Neuerung startete die WEF-Gegenveranstaltung Public Eye on Davos ihre Veranstaltungen. Sie verlieh erstmals «Missetäter»-Preise für unverantwortliches Konzernverhalten. Der Publikumspreis ging an den Nahrungsmittelmulti Nestlé.

Nestlé stehe wegen eines Arbeitskonflikts in Kolumbien und aggressiver Vermarktung von Babynahrung in der Kritik, teilten die Public-Eye-Organisatoren mit. Insgesamt vergeben die Erklärung von Bern (EvB) und Pro Natura Preise in fünf Kategorien.

Auch die diesjährige Ausgabe des WEF scharf von Polizei und Militär bewacht. Den 2250 Teilnehmern aus 96 Ländern stehen maximal 5500 Armeeangehörige gegenüber. Das sind 800 mehr als letztes Jahr.

(sda)

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