Aktualisiert 07.11.2013 22:26

«Es lid am Niid»

Schmidig-Spruch dient als Vorlage für Polit-Slogan

Die JSVP Schwyz greift die 1:12-Initiative mit einem lokalen Kultspruch an. Politologe Hermann findet dies clever.

von
Daniela Gigor
Stefan Betschart (l), Präsident JSVP Zentralschweiz übergibt Guido Schmidig das Abstimmungsplakat und einen Gutschein eines Restaurants.

Stefan Betschart (l), Präsident JSVP Zentralschweiz übergibt Guido Schmidig das Abstimmungsplakat und einen Gutschein eines Restaurants.

Die Gebrüder Schmidig aus Sattel sind im ganzen Land bekannt geworden, weil sie Tiere geschächtet haben sollen. Nun wurde Guido Schmidig ohne sein Wissen zum Politwerbestar: Die Junge SVP Schwyz kämpft mit seinem Kultspruch «Es lid am Niid» gegen die 1:12-Initiative.

«Wir fanden, dass der Spruch gut passt. Alle reden von den Abzockern und wir nun von den Neidern», sagt Stefan Betschart, Präsident JSVP Zentralschweiz. Der Spruch sei die Abkürzung in Mundart von «der Neid klopft nie ans leere Fass – wer Neider hat, der hat etwas.» Guido Schmidig fühlt sich «gelobt» über die Kampagne, über die er aber erst am Mittwoch ins Bild gesetzt wurde. Als Dank überreichte Betschart Schmidig einen 60-Franken-Gutschein für ein Restaurants. Guido Schmidig wäre Bares für die Urheberrechte allerdings viel lieber gewesen, wie er zu Tele Züri sagte: Er forderte dort «zäh Millione.»

«Spruch wird zu reden geben»

«Diese Kampagne ist gelungen», sagt Politologe Michael Hermann. Diesen Spruch zu verwenden, sei sogar recht clever. «Dieser Kultspruch wird zu reden geben, weil ihn die Leute kennen.» Der Spruch hat seinen Ursprung im September 2012, als Guido Schmidig wegen seiner Tierhaltung in den Schlagzeilen war: Er war damals der Meinung, dass die Behörden seine Tiere nicht wegen schlechter Haltung beschlagnahmt hatten, sondern weil es «am Niid lid».

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