Aktualisiert 21.02.2011 11:39

Zürich

Schmuggler in U-Haft gestorben

In einer Zelle der Zürcher Polizeikaserne ist am Montagmorgen ein Häftling aus Nigeria tot aufgefunden worden. Der 30-Jährige war wegen Verdachts auf Drogendelikte verhaftet worden.

Der Nigerianer wurde um 6.30 Uhr am Montagmorgen gefunden. Wie die Kantonspolizei am Montag mitteilte, lag er leblos im Bett. Sanität und Notarzt konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Der 30-Jährige war am Sonntag verhaftet worden. Erste Abklärungen hatten den dringenden Verdacht nahegelegt, dass der Mann mit Drogen gefüllte Fingerlinge geschluckt hatte. Wie der Informationschef der Kantonspolizei, Marcel Strebel, auf Anfrage sagte, habe man mit Hilfe einer Röntgenaufnahme zwar das Vorhandensein der Fingerlinge festgestellt, kannte aber deren Inhalt noch nicht.

Zelle ohne Toilette

Personen mit Fingerlingen im Körper werden laut Strebel in einer speziellen Zelle untergebracht, wo sie die ausgeschiedenen Päckchen nicht wegspülen können: In der Zelle gibt es keine Toilette. Auf Verlangen kann der Häftling ein WC in einem überwachten Nebenraum benutzen.

Obwohl bereits am späteren Sonntagnachmittag verhaftet, habe der Mann die Toilette die ganze Nacht nicht benutzt, sagte Strebel. Wann er starb, ob Fingerlinge im Körperinneren platzten oder was sonst die Todesursache war, wird vom Institut für Rechtsmedizin abgeklärt. (sda)

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