Aktualisiert 28.04.2015 18:15

Feinstaub mit FolgenSchmutzige Stadtluft lässt das Gehirn schrumpfen

Feinstaub erhöht das Risiko für stille Hirninfarkte und führt zu einem stärker schrumpfenden Gehirn. Das kann zu Demenz und Depressionen führen.

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Feinstaub schadet nicht nur der Lunge, sondern auch dem Gehirn, wie Forscher nun herausgefunden haben.

Feinstaub schadet nicht nur der Lunge, sondern auch dem Gehirn, wie Forscher nun herausgefunden haben.

Keystone/Alessandro Della Bella
Demnach haben die Menschen, die höheren Feinstaub-Belastungen ausgesetzt sind, ein im Durchschnitt geringeres Hirnvolumen, Anzeichen für eine Verkleinerung der Gehirnmasse sowie mehr stille Herzinfarkte.

Demnach haben die Menschen, die höheren Feinstaub-Belastungen ausgesetzt sind, ein im Durchschnitt geringeres Hirnvolumen, Anzeichen für eine Verkleinerung der Gehirnmasse sowie mehr stille Herzinfarkte.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Während noch unklar ist, wie der Feinstaub auf das Gehirn wirkt, steht dessen Ursache fest: So treiben unter anderem Autoabgase, ...

Während noch unklar ist, wie der Feinstaub auf das Gehirn wirkt, steht dessen Ursache fest: So treiben unter anderem Autoabgase, ...

Gaetan Bally

Dass Feinstaub der Gesundheit nicht zuträglich ist, ist bekannt. So sterben allein in Europa jährlich rund 150'000 Menschen an den dadurch verursachten Lungenkrankheiten. Selbst bei Konzentrationen unterhalb der europäischen Grenzwerte erhöht der Feinstaub das Risiko für Lungenkrebs deutlich.

Doch nicht nur die Atemwege werden in Mitleidenschaft gezogen, wie Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston herausgefunden haben. In ihrer Studie hatten die Probanden, die höheren Feinstaub-Belastungen ausgesetzt waren, ein im Durchschnitt geringeres Hirnvolumen, Anzeichen für eine Verkleinerung der Gehirnmasse sowie mehr stille, das heisst unbemerkt ablaufende Herzinfarkte.

«Ergebnisse sind besorgniserregend»

Und nicht nur das, wie das Team um Elissa Wilker im Fachjournal «Stroke» berichtet: Mit jedem Mal, bei dem die Feinstaubbelastung um zwei Mikrogramm pro Kubikmeter Luft anstieg, hatten die Teilnehmer ein 46 Prozent höheres Risiko für stille Schlaganfälle. Zudem entsprach ihr Hirnvolumen dem eines ein Jahr älteren Menschen. Auch dabei galt: Je höher die Belastung, desto älter wirkt das Gehirn.

«Das ist besorgniserregend», zitiert das Insitut Wilker. Denn man wisse, dass stille Infarkte das Risiko für sowohl grössere Schlaganfälle als auch für Demenz, Koordinationsprobleme und Depression erhöhten.

Noch sei offen, wie der Feinstaub auf das Gehirn wirke, so die Forscher. Sie vermuten, dass die winzigen Partikel, die sich in der Lunge ablagern, eine sich auf den gesamten Körper auswirkende Entzündung auslösen. Ob dem tatsächlich so ist, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

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