Rampenverkauf: Schnäppchenjäger stürmen Museum
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RampenverkaufSchnäppchenjäger stürmen Museum

Das Museum für Kommunikation verkaufte alte Ausstellungsstücke. Innerhalb einer Stunde war alles weg – die Organisatoren staunten nur noch.

von
kaf

Der Rampenverkauf des Museums für Kommunikation wurde gut besucht. Sowohl die Organisatoren als auch die Käufer waren vom Ansturm überrascht.

Dutzende von Bernern standen am Dienstagmorgen vor dem Museum für Kommunikation Schlange. Nicht etwa, weil sie sich eine Ausstellung anschauen wollten – sondern, weil sie alte Ausstellungsstücke im Visier hatten. «Wir haben zwar gehofft, dass es Leute gibt, die kommen», sagt Nico Gurtner, Leiter Marketing und Kommunikation. «Aber dass sie bis zur Strasse hinauf anstehen, hätten wir nie gedacht.» Als die Türen zum Rampenverkauf um 10 Uhr öffneten, war der mit Material vollgestopfte Raum im Nu mit Leuten gefüllt – rund eine Stunde später war er bereits wieder quasi leer.

Die Käufer konnten zwischen allerlei Kuriosem aussuchen: Kulissenreste, Barbiepuppen von William und Kate, Plakate aus den 1970er Jahren und allerlei technischen Hilfsmitteln. Am schnellsten weg waren die Beamer: «Wir haben sie extra im Raum verteilt, damit nicht jemand alle Beamer auf Mal nehmen konnte», sagt Gurtner.

«Für das beste Zeug muss man wohl früh kommen»

«Ich wollte einen Beamer, aber ich war zu langsam», sagt ein junger Mann. Dafür hat er sich nun einen Drucker und Druckerpatronen gekauft. «Mal schauen, ob ich den gebrauchen kann.» Auch Lucia Vasella wird mit ihrem gekauften Audioguidesystem noch etwas experimentieren müssen. «Für das beste Zeug muss man wohl früh kommen», sagt die 36-Jährige.

Mehr Glück hatte Marika Siegenthaler: «Ich habe gehofft, alte Computersachen zu finden, damit ich alte Medien wieder abspielen kann.» Mit dem Ergebnis ihres Shopping-Ausflugs ist die 60-Jährige zufrieden. «Ich hatte keine grosse Erwartungen und habe etwas gefunden, also ist alles tip top.»

Rampenverkauf noch bis Mittwochabend

Eigentlich dauert der Rampenverkauf noch bis am Mittwoch um 17 Uhr. Nico Gurtner: «Aber wenn ich jetzt so umherschaue, wird wahrscheinlich nicht mehr so viel los sein.» All die verkauften Stücke wären sonst entsorgt worden. «Das wäre der einfachste Weg gewesen», sagt Gurtner. Aber viele der Sachen könnten weiterverwendet werden, deshalb habe man sich für die Aktion entschieden.

Mit dem Ergebnis ist Gurtner sehr zufrieden: «Die Käufer nehmen einen Teil des Museums mit nach Hause, wo die Sachen wieder zum Einsatz kommen. Das ist doch schön.»

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