Auch ohne Schlafapnoe: Schnarcher schaden sich selbst am meisten
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Auch ohne SchlafapnoeSchnarcher schaden sich selbst am meisten

Das Schnarchen des Partners kann einem den Schlaf rauben. Doch die Schnarcher selbst müssen am meisten leiden.

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Je lauter Schnarcher durch die Nacht dröhnen, desto müder sind sie am nächsten Tag. Zu diesem Schluss kommen Forscher der israelischen Ben-Gurion-Universität.

Das Team um Lungenspezialist Or Kalchiem-Dekel hatte für die Studie mit 2000 Männern und Frauen zunächst jene ausgewählt, die zwar schnarchten, aber nicht unter Schlafapnoe (siehe Box 1) litten. Übrig blieben 307 Probanden, von denen rund ein Drittel (101 Personen) angab, exzessive Tagesmüdigkeit zu erleben.

Männer und Übergewichtige stark betroffen

Ein genauer Blick auf die Angaben zeigte laut «Ärzte-Zeitung», dass dies vor allem bei Männern und stark Übergewichtigen der Fall war. Weiter stellten die Forscher fest, dass bei den besonders Müden der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI, siehe Box 2) deutlich höher war als bei den Schnarchern, die sich am nächsten Tag fit fühlten.

Im Schlaflabor zeigte sich dann, dass das Schnarchen sowohl der weiblichen als auch der männlichen Probanden im Schnitt eine Lautstärke von 46 Dezibel (dB) erreichte – das entspricht einer Unterhaltung in rund einem Meter Entfernung. Doch es gab auch solche, die es auf 65 dB brachten und damit so laut waren wie eine zehn Meter entfernte Strasse.

Der Vergleich der Werte offenbarte schliesslich, dass sowohl AHI-Wert als auch Tagesmüdigkeit mit der Lautstärke des Schnarchens stiegen. Konkret: Je lauter jemand schnarcht, desto schlechter ist es für ihn selbst. Woran das liegt, wissen die Forscher noch nicht. Sie vermuten aber, dass der schnarchbedingt höhere Luftwiderstand auf Dauer so anstrengend ist, dass man am nächsten Morgen zu wenig erholt ist.

Symptome und Folgen von Schlafapnoe

Wie sich eine Schlafapnoe äussert, hängt vom Geschlecht ab. Bei Männern ist vor allem das laute, unregelmässige Schnarchen auffällig, das mehrmals pro Nacht von den typischen Atemaussetzern unterbrochen wird und zu Tagesschläfrigkeit führt. Weitere Symptome sind nächtliches Schwitzen und erhöhter Blutdruck.

Bei Frauen ist die Diagnose schwieriger, denn die Symptome sind weniger auffällig. Dazu gehören morgendliche Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen. Schnarchen und Atemaussetzer sind hingegen seltener.

Neben einer erhöhten Unfallgefahr sind auch Schwankungen der Sauerstoffkonzentration im Blut, Stoffwechselstörungen und eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems die Folge.

Apnoe-Hypopnoe-Index

Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) bezeichnet in der Schlafmedizin die durchschnittliche Anzahl von Apnoe- (Atemstillstand) und Hypopnoe-Episoden (Verminderung des Atemflusses) pro Stunde Schlaf. Er ist ein Hinweis auf die Schwere einer schlafbezogenen Atmungsstörung und wird auch bei der Kontrolle von Therapieerfolgen verwendet. Dabei gilt: Je höher der AHI-Wert, desto schwerer die Störung.

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