Wegen Wetter: Schnecken fressen wie wild
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Wegen WetterSchnecken fressen wie wild

Wegen des feuchten Wetters fressen sich die Schnecken derzeit wie wild durch die Beete. Nächstes Jahr droht eine richtige Schneckenplage.

von
loo

Des Menschen Leid ist – zumindest im Bezug aufs Wetter – der Schnecke Freud: Wegen des nassen Frühlings finden die Schweizer Schnecken in den hiesigen Salatbeeten zurzeit Traumbedingungen vor. «Wegen des strengen Winters gibt es zwar nicht mehr Schnecken als sonst. Aber sie sind dafür besonders aktiv, weil sie auch tagsüber keine Hitzepause einlegen müssen», sagt die Schneckenforscherin Eva Knop von der Universität Bern. Die klimatischen Umstände begünstigen zudem die Fortpflanzung der Kriechtiere: «Wenn der nächste Winter mild wird, dürfte sich die Schnecken­population im nächsten Jahr stark vermehren», so Knop.

Besonders schädlich sind die Spanischen Wegschnecken, die in den 1950er-Jahren in die Schweiz eingeschleppt wurden. «Für Hobbygärtner gehören sie zu den schlimmsten Feinden. Innert kurzer Zeit räumen sie ganze Salat- und Blumenbeete leer», sagt Martin Kaspar von der Gartenfirma Neogard. Kein Wunder verkauft er derzeit Schneckenbekämpfungsmittel (siehe Box) wie warme Semmeln. Bernhard Speiser vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau empfiehlt als Ergänzung auch Präventivmassnahmen gegen die Schneckenplage: «Weil Schnecken nachtaktiv sind und Feuchtigkeit mögen, giesst man sein Beet am besten morgens.» (loo/20 Minuten)

Mittel gegen die Schneckenplage

Susanne Brand von Andermatt Biogarten empfiehlt folgende naturnahen Schädlingsbekämpfungsmittel gegen die Schneckenplage:

- Biologische Schneckenkörner (auf Basis von Eisenphosphat, z. B. Ferramol oder Adalan)

- Schneckenzaun (wird als physisches Hindernis um das ganze Blumen- oder Gemüsebeet aufgestellt)

- Schneckenstopp (funktioniert wie der Schneckenzaun, wird aber nur um den Setzling platziert)

- Schnecken-Nematoden (kleine Fadenwürmer, die die Kriechtiere angreifen und unschädlich machen)

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