Schafskälte: Schnee ab 2000 Metern – Achtung mit Sommerreifen auf Pässen

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SchafskälteSchnee ab 2000 Metern – Achtung mit Sommerreifen auf Pässen

Ein Mini-Temperatureinbruch bringt die Schneefallgrenze vorübergehend hinunter. Die sogenannte Schafskälte ist jedoch bald überstanden, und das Wochenende bringt sommerliche Temperaturen.

von
Reto Bollmann
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Die Schneefallgrenze sinkt am Donnerstag vorübergehend auf etwa 2000 Meter.

Die Schneefallgrenze sinkt am Donnerstag vorübergehend auf etwa 2000 Meter.

Männlichen Roundshot
Grund dafür ist ein Temperaturrückgang, der oft im Juni zu beobachten ist – die sogenannte Schafskälte.

Grund dafür ist ein Temperaturrückgang, der oft im Juni zu beobachten ist – die sogenannte Schafskälte.

Anzère Roundshot
Der Name dieses Wetterphänomens geht auf die Tiere zurück, die wegen des häufigen Temperatursturzes meist erst nach Mitte Juni geschoren werden.

Der Name dieses Wetterphänomens geht auf die Tiere zurück, die wegen des häufigen Temperatursturzes meist erst nach Mitte Juni geschoren werden.

Tamedia AG/Thomas Egli

Darum gehts

In den letzten 48 Stunden gab es vor allem entlang der östlichen Voralpen mit 30 bis knapp 50 mm grössere Mengen an Regen. Im Westen und Süden war es deutlich trockener.

Nun zeigt sich der Donnerstag besonders entlang der Alpen bewölkt und am Vormittag häufig nass, wie Meteonews berichtet. Dabei schneit es auf bis 2000 Meter. Auf 2500 Metern Höhe und darüber ist mit zehn bis 30 Zentimeter Neuschnee zu rechnen. Auf den höchsten Alpenpässen kann somit Pflotsch liegen bleiben – darum ist mit Sommerreifen Vorsicht geboten.

Jedoch lassen die Niederschläge bereits am Nachmittag nach und im Flachland hellt sich das Wetter zunehmend auf. Das Wochenende wird dann wieder sonnig und heiss. Sommerliche und hochsommerliche Temperaturen von 26 bis 30 Grad sind zu erwarten. In Zentralwallis sind am Sonntag sogar stellenweise über 30 Grad zu erwarten. Je nach Vorlieben gibt es also z. B. ideales Bade-, Glace-, Wander oder Festivalwetter.

Was ist die Schafskälte?

In Mitteleuropa und dem Alpenraum ist zwischen dem 4. und 20. Juni oft ein Temperaturrückgang zu beobachten – man spricht von einer meteorologischen Singularität, wie Meteonews schreibt. Dieser Begriff bezeichnet eine Wetterlage, die in bestimmten Zeitabschnitten des Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit auftritt. Im Falle der sinkenden Temperaturen im Juni ist von der sogenannten Schafskälte die Rede.

Die Temperaturen gehen weitherum zurück – kann man da jetzt von Schafskälte sprechen? Laut Meteonews ist der Interpretationsspielraum gross und die Definition schwammig. In diesem Fall sei die Bezeichnung wohl etwas übertrieben, weil der Temperaturrückgang nur von kurzer Dauer sei.

Der Namen der Schafskälte geht übrigens tatsächlich auf das Tier zurück: Schafe werden für gewöhnlich in diesem Zeitraum geschoren. Ein Kälteeinbruch während der Schafskältezeit kann dabei durchaus bedrohlich für die Tiere werden. Die Muttertiere werden daher meist erst nach Mitte Juni geschoren. 

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