Aktualisiert 14.01.2017 11:37

Polizei warnt«Schneebälle auf Autos zu werfen, ist eine Straftat»

Im Kanton Zug warfen Kinder und Jugendliche Schneebälle auf fahrende Autos auf der Autobahn: Das kann zu schweren Unfällen führen, warnt nun die Polizei.

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mme/jeb/las
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Wer Schneebälle auf fahrende Autos wirft, kann einen schweren Verkehrsunfall verursachen und hart dafür bestraft werden.

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Leser-Reporter/20 Minuten
«Nichts geht mehr»: Starker Schneefall sorgt in Biel für ein Verkehrschaos. (13. Januar 2017)

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Leser-Reporter/20 Minuten
Auch auf der Strecke Fehraltorf Richtung Volketswil im Zürcher Oberland kommt es wegen vereister Strassen zu Behinderungen.

Auch auf der Strecke Fehraltorf Richtung Volketswil im Zürcher Oberland kommt es wegen vereister Strassen zu Behinderungen.

Leser-Reporter/20 Minuten

Der aktuelle Schneefall regt viele Kinder und Jugendliche zu allerlei Spässen an: schlitteln, Schneemänner bauen, Schneeballschlachten.

Aber es verleitet sie auch zu gefährlichem Unsinn: In den letzten Tagen sind bei der Zuger Polizei Meldungen eingegangen, dass Kinder oder Jugendliche an verschiedenen Orten Schneebälle auf fahrende Fahrzeuge geworfen haben. «Dies geschah entweder von Autobahnbrücken aus oder aus einem Versteck direkt am Strassenrand», teilte die Polizei am Freitag mit.

Dies sei kein Lausbubenstreich, sondern eine Straftat: «Ein solcher Schneeballwurf ist sehr gefährlich und kann zu einem schweren Verkehrsunfall führen.»

Schwere Folgen möglich

Das sieht auch die Kantonspolizei St. Gallen so: Wenn einem Autofahrer ein Schneeball unvermittelt auf die Frontscheibe knalle, könne er leicht erschrecken. «Fährt er dann beispielsweise in eine Strassenlampe, entstehen schnell mehrere tausend Franken Sachschaden», sagt Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Und das sei noch vergleichbar harmlos verglichen mit Folgen von Unfällen, bei denen Personen zu Schaden kommen.

In diesem Winter sei ihm kein Unfall bekannt, der durch einen Schneeball ausgelöst worden sei, sagt Rezzoli. Auch im Kanton Thurgau weiss man von keinen solchen Fällen.

«Zum Glück kommt das nicht oft vor»

Anders im Baselbiet. Laut Polizeisprecher Roland Walter gab es kürzlich einen Fall, bei dem Unbekannte in der Nähe einer Tramhaltestelle Autos mit Schneebällen beworfen hatten. Die ausgerückte Patrouille habe aber beim Eintreffen vor Ort niemanden vorfinden können.

«Zum Glück kommt so was nicht oft vor, aber wenn Schnee liegt, kommen vor allem Kinder in die Versuchung, Schneebälle auf Autos zu werfen», sagt Walter zu 20 Minuten. Das sei ein gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr. Zudem könne ein Folgeunfall auch zivilrechtliche Konsequenzen haben.

Auch in Dullikon SO kam es am Donnerstag zu einem ähnlichen Vorfall. «Uns ist ein Unfall bekannt, bei dem der Autofahrer angab, dass sein Fahrzeug von einem Schneeball getroffen wurde. Laut dem Fahrer hat ein Jugendlicher den Schneeball geworfen, wodurch er mit einem stillstehenden Fahrzeug kollidierte», sagt Polizeisprecherin Astrid Bucher. Personen seien keine verletzt worden. «Es entstand nur geringer Sachschaden.»

Auf die Eltern können hohe Kosten zukommen

«Rein rechtlich ist der Versuch, Gegenstände wie Schneebälle auf fahrende Autos zu werfen, als gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr und damit als Straftat zu werten», so die Zuger Polizei.

Die Polizei appelliert deshalb an alle Eltern, ihre Kinder auf die Gefahren und möglichen Folgen eines solchen Fehlverhaltens hinzuweisen. Sollte wegen eines geworfenen Schneeballs ein Unfall passieren, seien die Kosten aus zivilrechtlichen Ansprüchen, die auf Eltern zukommen könnten, «nicht unerheblich».

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