Schweizer Film «Baba's Song»: Schneebeli mit Potente beim Kinder-Kauf
Aktualisiert

Schweizer Film «Baba's Song»Schneebeli mit Potente beim Kinder-Kauf

Franka Potente fährt mit Sabine Schneebeli nach Malawi, um in Gilles Tschudis Waisenhaus ein Kind zu adoptieren: Das ist die Handlung des Schweizer Kinofilms «Baba's Song». 20 Minuten Online sprach mit zwei der Hauptakteure über ihre Arbeit in Afrika.

von
Philipp Dahm

Standing Ovations in Locarno: Beim Filmfest feierte «Baba's Song» Premiere und wurde stehend von den Zuschauern gefeiert. Der Streifen dreht sich um die malawischen Strassenjungen Baba und Jo, die sich mit Musizieren ihren Lebensunterhalt verdienen. Während Jo ein aufgeweckter Kämpfertyp ist, gibt Baba sich seit dem Tod seiner Eltern still und verschlossen. Nur in der Musik blüht er auf und wird eines Tages von einem afrikanischen Musikstar entdeckt.

Neben dem Regisseur Wolfgang Panzer sind Sabina Schneebeli, Gilles Tschudi und die Deutsche Franka Potente die einzigen Weissen bei dieser Produktion. Auch um die Unterhaltungsindustrie in Malawi voranzubringen hat der Bayer, der sein Handwerk beim SF gelernt hat, auf afrikanische Mitarbeiter gesetzt.

Tschudi soll Klischees aufweichen

Über Tschudis Rolle sagt er: «Mit dem Heimleiter wollte ich eine Figur schaffen, die nicht dem Klischee des grossherzigen Wohltäters entspricht.» Und über das Duo Potente/Schneebeli: «Mit den beiden Frauenfiguren wollte ich ein authentisches europäisches Paar zeigen, das nach europäischen Kriterien nie ein Kind zur Adoption bekommen würde.»

Gilles Tschudi hat nach eigener Aussage die Dreharbeiten in Malawi genossen – auch wegen der Einheimischen. «Es sind Menschen wie überall. Menschlich. Und menschlich ist liebenswürdig. Als Ganzes hat mich die Situation berührt und war erfüllt von grosser Herzlichkeit. Dazu trugen die Schwarzen und die Weissen bei, die an der Arbeit beteiligt waren.»

Schneebeli und Potente als eingespieltes Film-Paar

Sabina Schneebeli stösst ins selbe Horn: «Talentiert, fröhlich, lebendig, inspirierend, lustig, musizierend – Freude verbreitend», charakterisiert sie ihre afrikanischen Kollegen. Und auch für Film-Partnerin Potente hat sie lobende Worte übrig: «Mit Franka zusammen zu arbeiten, hat grossen Spass gemacht. Sie ist unkompliziert, kollegial und ohne Allüren.»

Das bewies der «Loa rennt»- und «The Bourne Identity»-Star auch im Interview mit 20 Minuten Online: Nahbar und sympathisch beschrieb sie in Zürich die Dreharbeiten und kümmerte sich rührend um den jungen Hauptakteur Sila Bakali, der Baba spielt, sobald die Kamera aus war. Das Ergebnis des Drehs ist ab dem 20. August in den Schweizer Kinos zu bewundern.

Der Filmtrailer. Quelle: YouTube

Deine Meinung