Aktualisiert 19.09.2011 12:34

Wintereinbruch im September

Schneefälle wie seit 17 Jahren nicht mehr

Die Schneefälle im Bündnerland sind rekordverdächtig: St. Moritz bedecken rund 50 Zentimeter, Arosa 40 und Davos 30. Das letzte derartige Extremereignis liegt 17 Jahre zurück.

von
amc

Weisse Überraschung für das Bündnerland: Der Kanton erwachte heute Montag im winterlichen Kleid. Der Temperatursturz vom Sonntag senkte die Schneefallgrenze in Graubünden teilweise bis auf 700 bis 800 Meter. Zahlreichen Gemeinden bescherten die kühlen Temperaturen einen veritablen Wintereinbruch, wie die Schnee-Messungen vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos (SFL) und MeteoSchweiz zeigen: St. Moritz bedeckten am Montagmorgen um 8 Uhr demnach 45 Zentimeter Neuschnee, Arosa 39, Samedan 29 und in Davos fielen 27 Zentimeter.

Die aussergewöhnlichen grossen Neuschneemengen hatten zur Folge, dass zahlreiche Bäume unter der Last brachen und Zugstrecken und Strassen blockierten (siehe auch Bildstrecke und Infobox). Rekordwerte erreichten auch die gemessenen Niederschlagsmengen innert 24 Stunden: In Davos waren es 73 Liter pro Quadratmeter – «so viel wie noch nie seit 1901 im September», schreibt MeteoSchweiz auf der Webseite. In St. Maria im Münstertal fielen 100,7 Liter – die höchste je gemessene Tagesmenge seit 1901. In der Vergangenheit gab es gemäss Meteoschweiz nur zwei ähnliche Extremereignisse: 1979 und 1984. Die Strassenverhältnisse sind teilweise auch in mittleren Lagen tiefwinterlich: Autofahrer müssen mit entsprechenden Behinderungen und Sperren rechnen.

Altweiber-Sommer erwartet

Wer es nicht eilig hat, muss sein Auto allerdings nicht ausbuddeln: Der Schnee wird sich gemäss Klaus Marquardt von Meteonews nicht lange halten. «Der Boden ist noch warm – der Schnee wird ein kurzes Leben haben», so der Meteorologe. Die weisse Pracht ist folglich bereits jetzt «Pflotsch».

Der Wintereinbruch blieb den Bündnern vorbehalten: Die Schneefallgrenze lag in der restlichen Schweiz gemäss MeteoNews verbreitet auf 1500 Metern. Der Temperatursturz brachte den meisten Ortschaften deshalb vor allem Regen. Die Schneefallgrenze wird im Verlaufe des Tages aber auch in Graubünden steigen und soll im Verlaufe des Tages 1700 bis 1800 Meter erreichen.

Der Kälteeinbruch verabschiedet sich dann in der Nacht auf Dienstag bereits wieder und wird von einem Hoch abgelöst. Im Verlaufe des Dienstags kämpft sich die Sonne zurück und beschert der Schweiz dann am Mittwoch und Donnerstag «ruhiges und schönes Altweiber-Sommer-Wetter», prognostiziert MeteoNews. Die Temperaturen steigen auf über 20 Grad.

$(document).ready(function() {$("#infoBoxRadar").parents('.info_text').filter(':first').replaceWith( 'Regenradarganzer Film mit Regenprognose' );});

$(document).ready(function() {$("#infoBoxRadar").parents('.info_text').filter(':first').replaceWith( 'Regenradarganzer Film mit Regenprognose' );});

$(document).ready(function() {$("#infoBoxRadar").parents('.info_text').filter(':first').replaceWith( 'Regenradarganzer Film mit Regenprognose' );});

$(document).ready(function() {$("#infoBoxRadar").parents('.info_text').filter(':first').replaceWith( 'Regenradarganzer Film mit Regenprognose' );});

Bahnunterbrüche wegen Schneefällen

Davos - Filisur. Auf diesen Verbindungen wurden Busse zur Beförderung der Bahnpassagiere eingesetzt, wie die RhB mitteilte.

Chur nach Arosa, wo auf der ganzen Strecke Busse eingesetzt wurden. (sda)

Schneemengen im Vergleich

45 cm (gemessen am 18.9.2011)

36 cm (5.9.1984)

7 cm (5.9.1984)

9 cm (5.9.1984)

25 cm (5.9.1984)

24 cm (5.9.1984)

0 cm (5.9.1984)

4 cm (5.9.1984)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.