Aktualisiert 15.12.2010 16:29

Weihnachts-SchnäppchenSchneehaufen für fünf Millionen Euro

Wieso weit suchen, wenn die guten Geschenke manchmal so nahe liegen: Ein Ebay-User bietet einen Schneehaufen an. Noch skurriler als das Angebot selber aber sind die Fragen zum Winter-Schnäppchen.

von
amc

Zugegeben, etwas eilig hat es der Verkäufer ja schon. Der Schneehaufen sollte bereits 14 Tage nach Auktionsende abgeholt werden, der Grund des Anbieters scheint allerdings durchaus verständilch, schliesslich braucht er den «Platz für den neuen Haufen», wie «123mkroll321» in seinem inzwischen gelöschten Angebot erklärt. Dieses lässt sich durchaus sehen: Ist es doch ein «grosser gebrauchter Schneehaufen aus dem Jahr 2010», in «gutem Zustand mit wenig Gebrauchsspuren». Würde man nicht neuen bekommen, würde ihn der Verkäufer wohl gar nicht verkaufen, wie er schreibt.

Allerdings hat die Geschichte einen Haken: «Der Schneehaufen wird nicht verschickt und muss in Deutschland abgeholt werden», schreibt «123mkroll321». Ein Lkw sei nicht schlecht, im PW lasse sich der drei auf fünf auf 1,5 Meter Brocken nur schwer transportieren. Immerhin würde der Anbieter beim Aufladen helfen. «Viel Spass beim Bieten!», heisst es abschliessend im Ebay-Angebot. Das Angebot ist ein Reisser: Über 224 Käufer wollen ihr teuer erspartes Geld für das kostbare Weiss ausgeben. Die Aktion stand bei sagenhaften fünf Millionen Euro. Nicht gerechnet hat der Anbieter aber wohl mit den Fragen der Käufer.

Hubschrauber-Abholung, Dichte-Angaben und als Geschenk verpackt

«Was ist es für Schnee?», will etwa ein Interessent wissen und möchte die Dichteangabe in «kg je m3». Auch die Fallweise des verwendeten Schnees interessiert ihn: «Ist er mehr gefallen oder eher geschwebt?» Andere würden den Schnee lieber mit Zusatz haben, wie es scheint: «Haben Sie auch gelben Schnee?», will etwa ein potenzieller Käufer wissen. Andere trauen dem Angebot nicht ganz: Sind Sie Erstbesitzer? Können wir Bilder von der Unterseite des Haufens haben? Ist er versichert gegen Gefrierbrand? Ein Interessent schreibt er sei letztes Jahr auf Hehlerware hereingefallen und will wissen, ob der Anbieter einen Beweis hat, dass er der Eigentümer ist. «Letztes Mal kam eine Frau mit Kissen und wollte den gekauften Schnee wieder zurück», erklärt er sein Misstrauen.

Andere interessieren sich vor allem für mögliche Lieferarten: «Können sie den Haufen als Geschenk verpacken?» «Können Sie ihn in Portionen zu je einem Kilogramm liefern - am liebsten abgepackt und vakuumiert.» Einer möchte ihn mit dem Hubschrauber abholen und fragt, ob er das Geld an einen Stein gebunden auf das Hausdach fallen lassen dürfte. Ein anderer Interessent möchte den Schnee erst am 31.12. abholen. «Möchte ihn meinem Nachbarn vor die Garage stellen - um ihn etwas zu ärgern.» Für solche Spässe hat der Verkäufer aber nicht viel übrig, wie er im letzten Eintrag schreibt: «Ich bitte alle Spassbieter ihre Gebote zurückzuziehen und nur ernstgemeinte Gebote abzugeben.» Wir verstehen ihn: Schliesslich ist bald Weihnachten und nicht der 1. April.

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