Schneewittchen und Aschenputtel schaden
Aktualisiert

Schneewittchen und Aschenputtel schaden

Märchen wie «Schneewittchen» und «Aschenputtel» können kleinen Mädchen nach Meinung amerikanischer Soziologinnen schaden.

Die Botschaft dieser und anderer Grimmscher Märchen sei, dass schöne Menschen Erfolg hätten.

«Von den frühesten Kindheitstagen an lesen Mädchen Märchen über Prinzessinnen, die grossen Reichtum erlangen, einfach weil ihre Schönheit sie zu etwas Besonderem macht», wurde die Soziologin Liz Grauerholz von der Purdue University in Indiana am Mittwoch in der britischen Zeitung «The Daily Telegraph» zitiert.

«Das ist eine sehr eingängige Botschaft, die junge Frauen hemmen kann, weil sie glauben, den Ansprüchen der Gesellschaft an weibliche Attraktivität nicht gerecht zu werden.»

Professor Grauerholz und ihre Kollegin Lori Baker-Sperry von der Western Illinois University untersuchten 168 Grimmsche Märchen. In fast allen Fällen fanden sie Hinweise auf äusseres Aussehen, durchschnittlich 14 je Märchen.

Erklärungsmuster - Widerspruch

In jeder fünften Geschichte seien hässliche Figuren gleichzeitig böse gewesen. Die Wissenschaftlerinnen empfehlen Eltern deshalb, die «Grimmschen Märchen» zwar nicht wegzuwerfen, aber mit ihren Kindern kritisch darüber zu sprechen.

In Grossbritannien stiess die Studie auf Widerspruch. Robert Whelan, Direktor der unabhängigen Familien-Stiftung «Family and Youth Concern», sagte: «Die Botschaft, die diese Märchen enthalten, ist nicht, dass man hübsch sein muss, sondern dass man gut sein muss.

Das ist der Grund, warum sie tiefste menschliche Instinkte ansprechen. Das Märchen von Aschenputtel zum Beispiel sagt uns, dass man zwar in Lumpen gehen kann, aber wenn man gut ist, wird man es trotzdem zu etwas bringen.» (sda)

Deine Meinung