Schneiderin muss Website milka.fr an Schoko-Konzern abtreten
Aktualisiert

Schneiderin muss Website milka.fr an Schoko-Konzern abtreten

Die französische Schneiderin Milka Budimir muss ihre Website milka.fr an den US-Lebensmittelgiganten Kraft Foods abtreten. Dem Konzern gehört auch die Schokoladenmarke Milka.

Das Gericht der Pariser Vorstadt Nanterre sprach Kraft am Montag das Namensrecht für den Internet-Auftritt zu. Zudem verurteilte es die 58-jährige Handwerkerin wegen ungerechtfertigter Nutzung des Markennamens Milka zur Zahlung der Prozesskosten.

Wenn sie die Website nicht innerhalb eines Monats frei gibt, muss sie für jeden weiteren Tag der Nutzung 150 Euro Strafe zahlen. Budimirs Anwalt Gérard Haas sagte, das Markenrecht habe über das Persönlichkeitsrecht gesiegt. Seine Mandantin werde wohl in Berufung gehen, sagte der sichtlich enttäuschte Jurist.

Budimir besitzt zwei Mass- und Änderungsschneidereien im südfranzösischen Département Drôme. Vor Gericht hatte sie geltend gemacht, ihr Sohn habe ihr die Website milka.fr 2001 zu Weihnachten geschenkt.

Kraft Foods mache ihr seit zwei Jahren das Leben schwer, um an den Namen für den Internet-Auftritt zu kommen; für die dadurch ausgelösten gesundheitlichen Probleme fordere sie 100 000 Euro Schadensersatz.

Der US-Konzern hatte Budimir zunächst den Ersatznamen milkacouture.fr vorgeschlagen, war schliesslich aber vor Gericht gezogen und hatte seinerseits 3500 Euro Schadenersatz sowie 3000 Euro Anwaltskosten verlangt.

Die Anwältin von Kraft Foods, Annick Lecomte, hatte Budimir vorgehalten, sie habe die Website lediglich eingerichtet, um als Trittbrettfahrerin Profit aus dem Markennamen Milka zu ziehen. Budimirs Anwalt Haas hatte dagegengehalten, Kraft habe seinerzeit schlicht vergessen, sich milka.fr zu sichern.

(sda)

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