St. Gallen: Schnellfahrer zahlen neu bis zehnmal mehr
Aktualisiert

St. GallenSchnellfahrer zahlen neu bis zehnmal mehr

Temposünder müssen sich warm anziehen: Verschiedene Kantone verschärfen die Strafen für Schnellfahrer. So muss man in St. Gallen neu mit einer Busse von 700 Franken und einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen rechnen, wenn man ausserorts mit Tempo 130 geblitzt wird. Bisher kam man mit 14 Tagessätzen davon.

von
daw

Der Kanton St. Gallen hat seine neuen Richtlinien für deutliche Geschwindigkeitsübertretungen veröffentlicht: Wer bisher in einer 30er-Zone mit 60 geblitzt wurde, musste mit einer Geldstrafe von 16 Tagessätzen und 700 Franken Busse rechnen, neu sind es 70 Tagessätze und 900 Franken Busse. Und wer innerorts mit Tempo 90 erwischt wird, erhält 120 statt wie bisher 16 Tagessätze. Laut Natalie Häusler, Sprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, wird jeder Fall einzeln geprüft. Aber: «Es empfiehlt sich, sich noch genauer an die signalisierten Höchstgeschwindigkeiten zu halten.»

Auch andere Kantone passen Richtlinien an

St. Gallen steht mit den Verschärfungen nicht alleine da: Auch Genf, der Aargau oder Schaffhausen haben die Schraube angezogen. In Zürich wurde ein interner Entwurf ausgearbeitet und in Bern wird der neue Katalog heute verabschiedet.

Die Verschärfungen sind eine Folge der härteren Strafen für Raserexzesse, die seit Anfang Jahr gelten (Via Sicura). Laut dem neuen Gesetz ist beispielsweise ein Raser, wer in einer 30er-Zone 40 km/h zu schnell fährt. Um bei geringeren Überschreitungen, die noch nicht als Raserdelikt gelten, einen «Bruch» zu vermeiden, verschärfen besagte Kantone die Strafen auch für Schnellfahrer. Derweil arbeitet die Konferenz der Strafverfolgungsbehörden der Schweiz (KSBS) an landesweiten Richtlinien. Noch ist offen, ob diese gleich streng ausfallen wie in St Gallen: «Der Grundsatzentscheid dürfte am 24. Januar fallen», sagt KSBS-Präsident Andreas Brunner.

«Rasen kein Kavaliersdelikt mehr»

Erfreut ist die Stiftung Roadcross. «Die Verschärfungen zeigen: Bei den Behörden findet ein Umdenken statt. Rasen ist endlich kein Kavaliersdelikt mehr», so Sprecher Silvan Granig.

Deine Meinung