Zürich: Schnellrichter und Polizei im Stadion
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ZürichSchnellrichter und Polizei im Stadion

Seit dem 1. Januar bittet die Stadt GC, FCZ und ZSC Lions zur Kasse für Polizeieinsätze. Die Klubs fürchten die Kosten und spannen deshalb jetzt im Kampf gegen Chaoten zusammen.

von
Roman Hodel

Immer wieder kommt es bei Hochrisikospielen von GC, FCZ und ZSC Lions zu wüsten Szenen in und um die Zürcher Stadien. Als Konsequenz verrechnet die Stadt die Polizeieinsätze den Sportklubs seit dem 1. Januar teilweise. «Das geht an unsere Existenz», sagte Franz Kälin, Leiter Spielbetrieb ZSC Lions, gestern vor den Medien. Deshalb spannen die drei grossen Sportklubs jetzt zusammen: «Wir wollen konsequent gegen Risikofans vorgehen», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa. In der Schweiz gibt es rund 2500 Risikofans. «Ein Ziel muss sein, dass Familien ohne Angst einen Match besuchen», so Canepa.

Richten solls eine Task Force – in diese wollen die Klubs auch die Stadt, den Kanton und die Polizei holen. Bereits schweben den Klubverantwortlichen konkrete Massnahmen gegen die Gewalt vor: «Wir brauchen zum Beispiel Schnellrichter im Stadion, wie in St. Gallen», sagte Alex Sauber, Leiter Kommerz bei GC. Zudem solle die Polizei im Stadion für Ordnung sorgen. «Sie darf Personen verhaften, im Gegensatz zu uns», begründet Sauber. Die Kosten für die Polizei im Stadion würden laut Canepa «selbstverständlich» die Klubs übernehmen, «dafür könnten wir privates Sicherheitspersonal einsparen». Zur Debatte stellen müsse man aus­serdem den Alkoholausschank. «Wir befürworten ein Verbot», so Canepa. Erste Massnahmen will die Task Force in den nächsten Monaten präsentieren.

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