Aktualisiert 09.01.2012 10:16

So schnell kanns gehen

Schnelltest der ETH soll Kokser entlarven

Forscher der ETH Zürich arbeiten an einem Test, der innert Minuten zeigt, wie viel Drogen jemand konsumiert hat. Damit könnten sie der Polizei die Arbeit massiv erleichtern.

von
Lorenz Hanselmann

Hat die Polizei heute den Verdacht, dass ein Autolenker Drogen genommen hat, muss sie ihm Blut abnehmen und dieses zur genauen Analyse ins Labor schicken. Dies dauert nicht nur lange, sondern ist auch teuer. Schon bald könnten Drogen im Speichel jedoch so schnell und einfach nachgewiesen werden wie der Alkoholpegel: Forscher der ETH Zürich um den Physiker Markus Sigrist entwickeln eine Methode, mit der Drogenkonsumenten sofort entlarvt werden.

Die Grundlagen ihrer Forschung haben die Physiker nun im Fachmagazin «Drug Testing and Analysis» vorgestellt. Das Prinzip ist simpel: Es wird eine Speichelprobe genommen, die Droge mit einem Lösungsmittel daraus extrahiert und in einen Detektor gegeben. Mithilfe der sogenannten ATR-Infrarotspektroskopie werden dann die unverwechselbaren Wellenlängen gemessen, die Kokain und seine Stoffwechselprodukte absorbieren. So kann man bestimmen, wie viel von der Droge jemand konsumiert hat.

Messung muss empfindlicher werden

Wie wichtig ein zuverlässiger Kokain-Schnelltest ist, zeigt die erste schweizweite Studie über illegale Substanzen im Strassenverkehr von 2010. Demnach hat sich die Zahl der Lenker, die mit der Droge im Blut unterwegs waren, fast verdoppelt.

Bis zum fertigen Schnelltest sind zwar noch ein paar Hürden zu nehmen: Die Messung muss empfindlicher werden und ein Industriepartner muss aus der Laboranlage der ETH-Physiker ein handliches Gerät entwickeln. Laut Sigrist könnte das aber schon in wenigen Jahren so weit sein. Marktpotenzial wäre jedenfalls vorhanden: «Wenn die Resultate wirklich sicher sind und vor Gericht verwertbar, dann würde das unsere Arbeit sicher erleichtern», sagt Thalia Schweizer von der Kapo Solothurn.

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