Schnippel-Shows erobern Bildschirm: Ärzte empört
Aktualisiert

Schnippel-Shows erobern Bildschirm: Ärzte empört

Schönheitsoperationen eingebettet in Reality-Shows erobern das deutsche Privatfernsehen: Gegen diesen Trend laufen jetzt Ärzte-Organisationen und Politiker Sturm.

Auf dem deutschen Musiksender MTV läuft seit einigen Wochen «I Want a Famous Face». Darin lassen sich Jugendliche nach berühmten Vorbildern wie Kate Winslet (28) oder Elvis Presley umoperieren (20 Minuten berichtete). Doch das ist erst der Beginn einer Welle von Schnippel-Shows, die nach der Sommerpause via deutsches Privat-Fernsehen über die Zuschauer einbricht. RTL2 startet am 19. August die Doku-Soap «Letzte Hoffnung Skalpell», RTL zieht im Herbst mit «Alles ist möglich» und «Beauty Queen» nach. Pro7 kontert mit «The Swan» – ein Reality-Format, in dem Frauen mit Hilfe von Schönheitschirurgen, Fitnesstrainern und Ernährungsberatern zu neuen Menschen geformt werden. Nur Sat1 will vorerst nicht auf den Zug aufspringen.

Diese Entwickung – und eine angekündigte Schönheits-OP im «Big Brother»-Container – hat nun die Interessenvereinigung deutscher plastischer Chirurgen auf den Plan gerufen. Standesvertreter kritisieren, dass in solchen TV-Shows, in denen sich junge Menschen ohne medizinische Begründung umformen lassen, von beiden Seiten Charakterkrüppel aufeinander treffen. Auch die Politiker haben bereits die Messer gewetzt. So fordert etwa die CDU ein Verbot von Sendungen dieser Art.

(tok)

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