Aktualisiert 25.07.2018 07:33

Mammern TG

Schnorcheln endet mit Angelhaken im Bein

Unschöne Entdeckung im Untersee vergangene Woche: Nach dem Schnorcheln steckte ein Angelhaken im Bein der Tochter einer Leser-Reporterin.

von
lad
1 / 5
Dieser Angelhaken steckte vergangene Woche im Bein der Tochter von Leser-Reporterin Barbara Bührer,...

Dieser Angelhaken steckte vergangene Woche im Bein der Tochter von Leser-Reporterin Barbara Bührer,...

Leser-Reporter
... nachdem sie bei Mammern TG im Untersee am Schnorcheln war.

... nachdem sie bei Mammern TG im Untersee am Schnorcheln war.

Tourismus Untersee
Grund war eine sogenannte Legschnur die von einem Berufsfischer ausgelegt worden war. Ihrem Ärger machte die 62-Jährige in einem Leserbrief in der «Thurgauer Zeitung» Luft.

Grund war eine sogenannte Legschnur die von einem Berufsfischer ausgelegt worden war. Ihrem Ärger machte die 62-Jährige in einem Leserbrief in der «Thurgauer Zeitung» Luft.

Screenshot «Thurgauer Zeitung»

«Meine Töchter schnorchelten in Ufernähe, wo das Wasser etwa einen Meter tief war», sagt Leser-Reporterin Barbara Bührer am Dienstag zu 20 Minuten. Mit ihrer Familie verbrachte sie den vergangenen Mittwoch in Mammern TG am Untersee. Plötzlich sei eine ihrer Töchter ins Bein gestochen worden: «Es war ein spitzer Angelhaken.»

Wie sich herausstellte, hing dieser Haken an einem dünnen Faden, der wiederum an eine lange, am Boden entlang gespannte Schnur gebunden war. «Die Schnur war endlos und im Abstand von etwa 1,5 Metern waren unzählige solcher Fäden», sagt Bührer. An allen sei ein Haken mit frischen Ködern befestigt gewesen.

«Das ist doch Tierquälerei»

Erst sei man nicht schlau daraus geworden, doch dann vermutete die Familie eine Angelmethode. «Wir erinnerten uns dabei auch an ein Fischerboot, das am Nachmittag an uns vorbeizog.» Für die 62-Jährige ist klar: «Wenn Kinder beim Tauchen daran anhängen und sich verheddern, dann könnte Schlimmes passieren.»

Ihrem Unmut machte sie auch in einem Leserbrief in der «Thurgauer Zeitung» Luft. Sie möge sich gar nicht vorstellen, was für einen langen und qualvollen Todeskampf die Fische unter Wasser dabei erleben: «Die gehen so elend zu Grunde, das ist doch Tierquälerei und illegal.» Sie machte deshalb auch Meldung beim zuständigen Amt.

Methode ist legal

Wie es auf Anfrage von 20 Minuten bei der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kanton Thurgaus heisst, ist das Angeln mit einer sogenannten Legschnur im Untersee durchaus legal: «Berufsfischer bedienen sich dieser Methode für den Aalfang über Nacht», erklärt Amtsleiter Roman Kistler.

Der Einsatz einer Legschnur beinhalte aber eine Aufsichtspflicht: «Der Fischer muss sie im Rhythmus von ein bis zwei Tagen kontrollieren», so Kistler. Dass ein Fisch so lange an einem Haken hänge, sei ethisch nicht verwerflich: «Anders wäre es, wenn die Schnur wochenlang unter Wasser bleibt.»

Tiefer Wasserpegel als Problem

Vom konkreten Fall habe man Kenntnis: «Eine solche Schnur in Ufernähe ist natürlich unglücklich, weil zurzeit viele dort baden», so Kistler weiter. Zudem sei dies hier problematisch geworden, weil der Wasserstand derzeit so tief sei: «Normalerweise ist das Wasser dort, wo die Schnur ausgelegt war, rund zwei Meter tief.»

Der Berufsfischer, der die Schnur ausgelegt hat, konnte durch das Amt ausfindig gemacht werden: «Er bestätigte uns, dass er dies dort in der nächsten Zeit unterlassen werde», sagt Kistler. Das Fischen generell sei jedoch derzeit im Untersee unbedenklich: Der niedrige Wasserstand sei jetzt vor allem in den Fliessgewässern problematisch. Deshalb hätten die Berufsfischer ihre Arbeit dort auch bereits eingestellt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.