Aktualisiert 31.01.2012 21:54

Tiefer Fall

Schoch will zurück an die Spitze

Einst jubelte ihm die ganze Nation zu. Inzwischen ist es still geworden um den zweifachen Olympiasieger Philipp Schoch.

von
Marcel Allemann
Philipp Schoch ist derzeit am Boden – 2006 in Turin wurde er vor Bruder Simon (kleines Bild) zum zweiten Mal Olympiasieger.

Philipp Schoch ist derzeit am Boden – 2006 in Turin wurde er vor Bruder Simon (kleines Bild) zum zweiten Mal Olympiasieger.

Der Zürcher schrieb Sportgeschichte, gewann sowohl 2002 wie auch 2006 Olympia-Gold und ist damit zusammen mit Shaun White der erfolgreichste Snowboarder in der Olympia-Geschichte. Doch während der Halfpipe-Superstar weiter im Scheinwerferlicht steht und Millionen kassiert, ist es um Schoch ruhig geworden und auch die finanzielle Situation ist alles andere als rosig. Immer wieder wurde der Champion durch Verletzungen gestoppt.

Rückenprobleme kosteten ihn drei Jahre seiner Karriere, derzeit macht ihm eine angerissene Sehne in der Schulter zu schaffen. Und durch die fehlenden Spitzenklassierungen ist er in der Startliste weit abgerutscht, Schoch muss sich jeweils über Rumpelpisten quälen. Doch aufgeben kommt nicht in Frage: «Hätte ich aufgehört, dann wäre es ein wegen Verletzungen erzwungener Rücktritt gewesen. Ich will aber selber entscheiden, wann Schluss ist!»

Gemeinsam mit seinem Bruder Simon (33), dem Olympia-Zweiten von 2006, hat der Tösstaler ein letztes grosses Ziel vor Augen: Sotschi 2014. Da möchten die Gebrüder nochmals um die Olympia-Medaillen fahren. Und für diesen Traum sind sie auch bereit, Opfer zu bringen. Die Zeiten, als sie noch Profis waren und lukrative Sponsorenverträge hatten, sind vorbei.

Inzwischen schuften die Schochs im Sommer auf dem Bau, um ihre Familien ernähren und die Saison finanzieren zu können. «Wir müssen mehr tun als andere», weiss Philipp. Oft begibt er sich nach getaner Arbeit noch ins Krafttraining und sein Tag endet erst um 22 Uhr. Doch beklagen will er sich nicht: «Ausser in den Topsportarten sind in der Schweiz doch viele Idealisten.» Um sich seinen Traum zu erfüllen, ist der tief gefallene zweifache Olympiasieger einer von ihnen. Schoch sagt: «Ich bin überzeugt, dass ich es noch draufhabe, und will an die Spitze zurück!»

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