Es droht der Landesverweis: Schock bei Einreise für Belinda Bencic – so trainiert sie in der Hotel-Isolation
Publiziert

Es droht der LandesverweisSchock bei Einreise für Belinda Bencic – so trainiert sie in der Hotel-Isolation

Wegen positiver Corona-Tests bei Mitreisenden müssen sich 72 Tennisprofis im Hotel isolieren – auch Belinda Bencic. Die Profis sind sauer – und werden mit Sensoren überwacht.

von
Nils Hänggi
1 / 4
Dann trainiert Belinda Bencic halt im Hotelzimmer. Doch weshalb?

Dann trainiert Belinda Bencic halt im Hotelzimmer. Doch weshalb?

Foto: Instagram
Sie kann die nächsten zwei Wochen nicht richtig trainieren. Der Grund: Bencic ist in Quarantäne. 

Sie kann die nächsten zwei Wochen nicht richtig trainieren. Der Grund: Bencic ist in Quarantäne.

Foto: Freshfocus
Auf Twitter regt sie sich ein wenig auf. 

Auf Twitter regt sie sich ein wenig auf.

Foto: Freshfocus

Darum gehts

  • Schock für Belinda Bencic: Hotel-Isolation nach Ankunft in Melbourne.

  • Wegen positiver Corona-Tests bei Mitreisenden auf ihren Flügen zum Australian Open müssen sich 47 Spielerinnen und Spieler im Hotel isolieren.

  • Und dürfen nicht auf dem Platz trainieren.

  • Die Profis sind sauer.

Was für ein Irrsinn! Was für ein Corona-Irrsinn vor dem Australian Open! So haben mehrere positive Corona-Tests bei der Anreise zum Turnier die Vorbereitung auf das Grand-Slam-Turnier schwer gestört. So folgte der erste Schock am Samstag. Dann teilten die Veranstalter mit, dass sich insgesamt 47 Tennisprofis in strikter Quarantäne befinden und 14 Tage ihr Hotelzimmer nicht verlassen dürfen. Am Sonntagnachmittag folgte die neue Hiobsbotschaft, teilten die Australian-Open-Verantwortlichen doch mit, dass nun bereits 72 Tennisprofis in Quarantäne seien.

Sprich: Es werden immer mehr Spielerinnen und Spieler, die sich in den Hotelzimmern verbarrikadieren müssen. Und das hat Folgen, diese Isolation. Im Gegensatz zu den anderen Profis, die schon in Australien angekommen sind und täglich mehrere Stunden trainieren dürfen, dürfen die 72 Tennisspielerinnen und –spieler nämlich nichts tun. Und das ganze zwei Wochen lang. Doch wie konnte das passieren? Nun – gemäss der Organisatoren sind mehrere Personen nach Charterflügen nach Melbourne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Folge: Alle Mitreisenden müssen als Erstkontakt in ihren Hotels in eine strikte 14-tägige Quarantäne – darunter eben auch 72 Profis.

Ganz bitter für die Schweizer Tennis-Fans: Belinda Bencic gehört zu den Betroffenen. Heisst: Bencics Vorbereitung auf das Australian Open wird massiv gestört. Muss sie sich doch nun auch in eine 14-tägige Quarantäne ohne Ausgangsmöglichkeit begeben. Aber die Schweizerin weiss sich zu helfen. Sie trainiert einfach in ihrem Hotelzimmer, wie sie auf Instagram zeigte.

Sensoren vor den Türen

Auf Twitter hatte sich die 23-Jährige nach der Ankunft noch angetan gezeigt über die Abläufe und die Organisation. Als dann aber der Isolations-Entscheid kam, nahm die Zufriedenheit der Schweizer Tennisspielerin rasant ab. «Wir beschweren uns nicht, in Quarantäne zu sein. Wir beschweren uns wegen ungleicher Trainings-/Spielbedingungen vor wichtigen Turnieren», schreibt sie später etwa auf Twitter. Und: «Wir haben uns entschieden, aufgrund von Regeln, die uns zugesandt wurden, hierher zu kommen. Dann kamen wir an und erhielten ein Regelbuch mit neuen Regeln, von denen wir nichts wussten.»

Ihr Ärger? Verständlich. Und Bencic ist auch nicht die einzige, die sich beschwert. Andere Spielerinnen und Spieler haben gar schon die Flucht aus ihren Hotelzimmern probiert – erfolglos. Denn die Überwachung ist strikt. Die Regeln kennen keine Entschuldigung. Ein Beispiel: Gemäss australischen Medien wurden bei den Ausgängen der Hotelzimmer Sensoren installiert, um zu verhindern, dass die betroffenen Spieler die Zimmer verlassen. Würden dies die Spielerinnen und Spieler dennoch probieren, sei, so die Medien, der Fall klar. Die Spielerinnen und Spieler würden des Landes verwiesen werden.

«Wochen des Übens werden zerstört»

Regeln, die die Französin Alize Cornet gar nicht versteht. Die Tennisspielerin, die nicht zu den Betroffenen zählt, schreibt auf Twitter: «Wochen und Wochen des Übens und der harten Arbeit werden wegen einer positiven Person in einem zu Dreiviertel leeren Flugzeug zerstört. Entschuldigung, aber das ist verrückt.»

Der Turnierdirektor Craig Tiley versucht derweil zu beruhigen. «Unsere Gedanken sind bei den Personen, die positiv getestet wurden. Wir wünschen ihnen alles Gute für ihre Genesung», lässt er verlauten. Und: «Wir kommunizieren mit jedem auf diesem Flug. Insbesondere der Gruppe von Spielern, um ihre Bedürfnisse so gut wie möglich zu berücksichtigen.»

Ob diese Worte die Gemüter beruhigen? Unklar. Immerhin: Bencic kann sich im Zimmer wunderbar fit halten, befindet sich doch ihr Fitnesscoach und Freund Martin Hromkovic mit ihr in Quarantäne. Dass sie zusammen trainierten, zeigte Bencic auf Instagram.

Verschwitzt zeigen sich Bencic und Hromkovic nach der Trainingssession im Hotelzimmer. 

Verschwitzt zeigen sich Bencic und Hromkovic nach der Trainingssession im Hotelzimmer.

Foto: Instagram

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung

219 Kommentare