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Bus-Unfall im EngadinSchock nach Busunglück in Silvaplana sitzt tief

Nach dem schweren Busunfall in Silvaplana werden die Überlebenden weiter psychologisch betreut. Am Sonntag lag noch eine Verletzte im Spital, ist aber ausser Lebensgefahr.

Die Getöteten waren Schweizer Touristen. Laut Bündner Kantonspolizei handelte es sich um zwei Männer im Alter von 72 und 66 Jahren aus dem Kanton Zürich sowie um eine 52-jährige Frau aus dem Baselbiet (20 Minuten Online berichtete). Zwei von ihnen waren bei der Kollision aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Sieben Personen, die im hinteren Busteil sassen, erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen. Bei den Verletzten handelte es sich um Feriengäste und Einheimische.

Bis am Sonntag konnte die zweitletzte verletzte Person das Spital verlassen. Die verbliebene Schwerverletzte war am Sonntagmorgen ausser Lebensgefahr, wie Dieter Heller, Verwaltungsratspräsident des Unternehmens Engadin Bus sagte. Die anderen Überlebenden wie auch der geschockte Buschauffeur würden weiterhin psychologisch betreut.

Unklarheit über Unfallhergang

Laut Polizeiangaben hatten sich beim Unfall 24 Passagiere in dem Bus der öffentlichen Verkehrsbetriebe befunden. Laut Heller könnten es auch 28 Passagiere gewesen sein. Über den Unfallhergang kursieren widersprüchliche Angaben. Die Ermittlungen dürften länger dauern, wie es bei der Bündner Polizei hiess. Untersuchungsrichter Claudio Riedi sagte auf Anfrage, zunächst werde der Sachverhalt abgeklärt. Dazu gehöre eine technische Untersuchung der beteiligten Fahrzeuge. Einen konkreten Tatverdacht gebe es im Strafverfahren noch nicht.

Gemäss bisheriger Ermittlungen geriet der Gelenkbus in einer leichten Linkskurve auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen. Der hintere Teil schwenkte auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Sattelmotorfahrzeug. Beim Aufprall wurde der Bus aufgerissen. Danach kam der Sattelschlepper im angrenzenden Wiesland im Schnee zum Stillstand.

Erfahrener Chauffeur

Beim betroffenen Busunternehmen herrschte auch zwei Tage nach dem Unfall grosse Betroffenheit. «Der Schock sitzt tief», sagte Heller. Im «SonntagsBlick» erhobene Vorwürfe, Gelenkbusse seien in den Bergen ungeeignet, wies Heller zurück. Die Gelenkbusse von Engadin Bus seien vom Bundesamt für Verkehr bewilligt und würden seit vielen Jahren eingesetzt. Bei der Strasse bei Sils handle es sich nicht um eine Bergstrasse, sondern um eine breite Hauptstrasse auf einer Ebene mit Tempolimit 80.

Beim Busfahrer handelt es sich laut Heller um einen erfahrenen Mann, der seit zehn Jahren dabei sei. Laut Heller war der Bus mit Winterpneus unterwegs. Die Busse führen wegen der Fahrplanpflicht bei allen Witterungsbedingungen. Im Zweifelsfall würden je nach den Verhältnissen die Ketten montiert. Der Entscheid hierfür liege aber beim Chauffeur. «Die Fahrer sind entsprechend ausgebildet», sagte Heller. (sda)

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