Aktualisiert 09.04.2020 14:58

«Möchtest du so enden?»

Schock-Plakat soll Tessin-Touristen abschrecken

Das Tessin greift zu harten Mitteln im Kampf gegen die Oster-Touristen. Mit einem grossem Banner warnen sie Autofahrer vor dem Coronavirus.

von
lub
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Szenen wie diese am Gotthard-Tunnel in Richtung Tessin will das Tessin dieses Jahr vermeiden. Dafür wird mit harten Bandagen gekämpft.

Szenen wie diese am Gotthard-Tunnel in Richtung Tessin will das Tessin dieses Jahr vermeiden. Dafür wird mit harten Bandagen gekämpft.

Keystone/urs Flueeler
«Möchtest du so enden?», steht auf einem Banner über einer Autobahnbrücke in Avegno.

«Möchtest du so enden?», steht auf einem Banner über einer Autobahnbrücke in Avegno.

Fiorenzo Dadò
Die Aktion hat der CVP-Präsident Fiorenzo Dadò lanciert. Er möchte so die Deutschschweizer auf den Ernst der Lage sensibilisieren.

Die Aktion hat der CVP-Präsident Fiorenzo Dadò lanciert. Er möchte so die Deutschschweizer auf den Ernst der Lage sensibilisieren.

Keystone/Samuel Golay

«Möchtest du so enden?» steht auf einem Plakat aufgehängt oberhalb einer Brücke im Tessin. Mit dieser Botschaft will der Tessiner CVP-Präsident Fiorenzo Dadò Oster-Touristen abschrecken. «Ich bedauere, solche Töne anschlagen zu müssen und solche Bilder ins Spiel zu bringen», sagt Dadò zu «Tio/20 Minuti». Mit den Plakaten wolle er die Bevölkerung aufrütteln und aufzeigen, welche Folgen ein unverantwortliches Handeln in dieser schweren Zeit haben kann.

Die Botschaften hängen über einer Brücke in Avegno. Die Strasse führt ins Maggia-Tal und werde besonders von Deutschschweizern gern benutzt. Das Tessin hat zuvor bereits mehrmals vor dem Tourismus aus anderen Kantonen gewarnt.

Überwiegend Touristen aus der Deutschschweiz

Der Appell sei bei vielen nicht angekommen, das habe das letzte Wochenende gezeigt, so der Tessiner Nationalrat Norman Gobbi. «Es waren hauptsächlich Deutschschweizer, die in unseren Kanton gereist sind», wie Gobbi sagt. Betroffen waren vor allem die Orte Locarno und Malcantone.

Nun habe man grosse Angst, dass an Ostern – auch aufgrund des schönen Wetters – noch mehr Ausflügler, darunter Feriengäste und Personen im Camper, in den Süden strömen. Dies, obwohl das Tessin der Kanton sei, der vom Coronavirus am härtesten getroffen worden sei, so der Nationalrat.

Tessin fühlt sich vom Bund im Stich gelassen

«Es fehlt ganz konkret eine einschneidende und unwiderrufliche Intervention der Behörden!», so Dadò, der die Aktion ins Leben gerufen hat. «Wir hofften auf ein Verbot vom Bundesrat», so Fiorenzo Dadò. Der Tessiner CVP-Präsident bemängelt, dass es keine Intervention vom Bundesrat im Hinblick auf ein Transit-Verbot gibt. Und dass das Vermieten von Ferienhäusern und -wohnungen weiterhin gestattet ist. Vor allem über Ostern hätte es so eine Massnahme erfordert.

Jenseits der Alpen bestehe ja keine Notlage – oder zumindest nicht so gravierend wie im Tessin, so der CVP-Präsident. Deshalb würden die Deutschschweizer die Regeln nicht so stark befolgen. «Wir können schlichtweg nicht tolerieren, dass in unserem Kanton ein nicht den Massnahmen entsprechendes Verhalten geduldet wird.»

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