Monte Cusna (I): Schockvideo zeigt, wie drei Pferde Berghang hinunterstürzen
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Monte Cusna (I)Schockvideo zeigt, wie drei Pferde Berghang hinunterstürzen

Mehrere Pferde galoppieren einen Berghang entlang, drei von ihnen verlieren die Kontrolle und stürzen ab. Wurden sie durch einen Wolf aufgeschreckt?

von
Daniel Krähenbühl

Wie das Video zeigt, stürzen die Pferde einen Abhang hinunter.

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Darum gehts

  • Ein Video, das vor einer Woche in der italienischen Provinz Reggio Emilia aufgenommen wurde, zeigt, wie mehrere Pferde einen Abhang hinunterstürzen.
  • Laut lokalen Medienberichten kamen dabei drei Pferde ums Leben – ein Fohlen und zwei erwachsene Pferde, darunter ein trächtiges Weibchen.
  • Kommentierende auf Facebook kritisieren die Haltebedingungen der Pferde. Andere beteuern, dass es auch in der Schweiz viele Pferde gibt, die an Berghängen weiden.
  • Iris Bachmann von Agroscope bestätigt, dass in der Schweiz viele Pferdehalter ihre Tiere im Sommer alpen.
  • Pferde seien durchaus berggängig – eine derartig felsige Umgebung, wie sie im Video zu sehen sei, scheine jedoch durchaus etwas gefährlich.

Ein Video aus der italienischen Provinz Reggio Emilia, das momentan auf Social Media kursiert, sorgt bei Zuschauern für Erschüttern: Die Aufnahme zeigt, wie mehrere Pferde, die am Monte Cusna grasen, erschreckt davonrennen. Drei davon verlieren die Orientierung und stürzen den Berghang hinunter in den Tod. Wie lokale Medien berichten, kamen beim tragischen Unfall zwei erwachsene Pferde – darunter ein trächtiges Weibchen – und ein Fohlen ums Leben.

Eine Gruppe junger Wanderer hätte die Kadaver aufgefunden. Laut dem Onlinemedium Reggionline.com sind die Tiere höchstwahrscheinlich durch ein Raubtier aufgeschreckt worden – womöglich durch einen oder mehrere Wölfe. Zu Beginn des Videos ist ein auf die Herde rollender Stein zu sehen – ob sie deswegen oder wegen eines Raubtiers weggaloppieren, lässt sich nicht abschliessend eruieren.

«In solches Gelände gehören keine Pferde»

Auf Facebook äussern sich einige Kommentierende betrübt: «Einfach traurig. So sollte eine Wanderung weder anfangen noch enden.» Andere wiederum kritisieren die Haltebedingungen der Pferde: «Auf ein solches Gelände gehören keine Pferde. Himmeltraurig so etwas!», schreibt eine Frau. Eine weitere Userin pflichtet ihr bei: «In solches Gelände gehören jetzt wirklich keine Pferde.»

Das Gelände sei in diesem Fall weniger das Problem, sagt hingegen ein anderer User. «Bei uns sind heuer auch Pferde vom Fels gestürzt.» Später habe sich herausgestellt, dass sie von einer Drohne in Panik versetzt worden sind. Eine Mann stimmt ihm zu: «Ich kenne viele in der Schweiz, die ihre Pferde und Fohlen auch in solchem Gelände am Berg weiden lassen – passiert ist aber noch nie etwas.»

«Pferde sind durchaus berggängig»

Iris Bachmann ist Leiterin der Forschungsgruppe «Equiden» beim Schweizer Nationalgestüt von Agroscope, dem Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung. Sie bestätigt, dass auch in der Schweiz viele Pferdehalter ihre Tiere im Sommer alpen. Gemäss Daten aus der Tierverkehrsdatenbank von Identitas AG seien in den letzten Jahren zwischen 4 000 und 5 000 Equiden gesömmert worden. Dies entspreche rund 4 Prozent der in der Schweiz insgesamt gehaltenen Equiden.

«Es handelt sich dabei aber unseres Wissens in der Regel um täglich von Hirten kontrollierte, eingezäunte Alpweiden ohne gefährliche Abhänge», sagt Bachmann. Pferde seien durchaus berggängig und könnten – auch auf bergigem Untergrund –eine hohe Trittsicherheit entwickeln. «Eine derartig felsige Umgebung, wie sie im Video zu sehen ist, scheint jedoch durchaus etwas gefährlich, um Pferde dort unkontrolliert und uneingezäunt zu halten.»

Grund für Unglück unklar

Pferde seien typische Fluchttiere, kontrollierten beständig ihre Umwelt und könnten auf plötzlich auftretende, potenziell gefährliche Reize aus der Umgebung durchaus mit einer abrupten Flucht reagieren, sagt Bachmann. «Allerdings gewöhnen sie sich auch an ihre Umwelt und die dort wiederkehrenden Situationen, wie zum Beispiel einen rollenden Stein.»

Aus der Videosequenz sei allerdings nicht eindeutig ersichtlich, ob es sich überhaupt um eine Fluchtreaktion handle oder ob die unglückliche Galoppade Ausdruck einer sozialen Interaktion sei, die bei den beteiligten Tieren zu einem Verlust des Gleichgewichts und somit zum Absturz geführt habe. «Dass die anderen Pferde so ruhig blieben, spricht eher für diese Variante.»

Deine Meinung

153 Kommentare
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Marco

18.09.2020, 13:43

Auch ein Wolf darf essen um zu leben.

ich mag Pferde sehr

18.09.2020, 13:28

Pferde sind allgemein auf Fremdes schreckhaft, ob Mensch oder Tier. Traurig, dass es geschehen ist.

Orchid

18.09.2020, 13:09

Das Video soll doch einfach die Stimmung gegen den Wolf anheizen.