Aktualisiert 24.02.2014 19:45

Tor-Debüt

Schönbächler trifft mit Raffaels Schuhen

Der FC Zürich hat mit dem FC Aarau noch eine Rechnung offen. Er will sich für die 1:5-Schlappe in der Vorrunde revanchieren. «Das hat weh getan», sagt Marco Schönbächler.

von
Eva Tedesco

Die Equipe von Trainer Urs Meier fährt mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen in Folge nach Aarau. Drei Spiele, drei Siege, 6:1 Tore und neun Punkte lautet die blütenweisse Bilanz der Zürcher nach der Winterpause. Klar ist die Stimmung in der Mannschaft nach dem Training unter der Woche locker.

Sprüche begleiten Medienchef Patrick Lienhart auf dem Weg in die Saalsporthalle. Einige Mannschaftskollegen zupfen am trendigen T-Shirt von Marco Schönbächler, aus der «Lifestyledope»-Kollektion eines Freundes, und frotzeln über den Aufdruck «2 Minuten vor 12» auf dem Rücken des hippen Hoodie. Die FCZ-Profis haben gut lachen.

FCZ noch ungeschlagen

Dank dem Punktemaximum in der Rückrunde hat sich der FCZ von Platz sieben auf Rang fünf hochgearbeitet und den Anschluss an das Spitzenquartett Basel, YB, GC und Luzern geschafft. Der Erfolg ist auf den Systemwechsel nach der Winterpause mit einer variablen Dreierabwehr zurückzuführen. «Natürlich hat das auch etwas mit dem Systemwechsel zu tun», so Schönbächler einschränkend. «Aber wir wussten auch in der Vorrunde, was wir können, nur haben wir es nicht immer umgesetzt.»

Der Offensivspieler nimmt im System von Urs Meier als Aussenläufer eine wichtige, aber auch völlig neue Rolle ein. «Es war eine grosse Umstellung für alle, aber für mich besonders. Ich muss jetzt viel mehr laufen und defensiv noch mehr mitarbeiten, bereit sein, zurück zu arbeiten und Position zu halten, und kann so in der Offensive manchmal weniger ausrichten, als auf meiner angestammten Position im rechten Mittelfeld.» Aber trotz den letzten Erfolgen wisse die Mannschaft, dass sie noch nichts erreicht hat und von Spiel zu Spiel weitermachen müsse. «Wir wissen, dass wir die Vorrunde verpatzt haben und in der Tabelle weiter oben stehen könnten, aber unser Ziel ist weiterhin ein Europacupplatz.»

Mit Aarau noch eine Rechnung offen

Und das ist nicht unrealistisch, zumal die Zürcher gerne von hinten durchstarten. Schon im letzten Jahr gewannen sie die ersten sechs Partien nach der Winterpause und arbeiteten sich von Platz neun auf Rang vier vor. In der aktuellen Saison ist der FCZ drauf und dran, den letztjährigen Lauf zu wiederholen und ist bis auf vier Punkte an den FCL herangekommen, der nach 21 Runden den ersten für Europa berechtigten Platz belegt. Mit einem Sieg (der FCL trifft am Sonntag auf YB) könnten die Zürcher bis auf einen Zähler auf die Zentralschweizer aufschliessen.

«Mit Aarau haben wir noch eine Rechnung offen», so Schönbächler. Der Aufsteiger fügte dem FCZ (1:5) im letzten Oktober die bisher höchste Saisonniederlage zu. «In Aarau ist es nie einfach, aber das hat weh getan», erinnert sich Schönbächler mit Schaudern.

Schönbächlers gute Erinnerung

Und trotzdem kehrt der 24-jährige Offensivspieler gerne nach Aarau zurück. Denn mit dem Brügglifeld verbindet ihn eine Erinnerung, die kein Fussballer vergisst: Am 9. Mai 2007 erzielte Schönbächler beim 3:0-Sieg des FCZ gegen den FC Aarau sein erstes Tor in der höchsten Schweizer Spieklasse. «In den Schuhen von Raffael», sagt der Urdorfer, lacht bei dieser Erinnerung und klärt auf.

«Ich hatte am Vortag noch Schule und Hermi Burgermeister hat meine Fussballschuhe vergessen einzupacken. So hat er mir kurzerhand die Schuhe von Raffael gegeben.» Weil aber Schönbächler die kleinsten Füsse im FCZ-Kader hatte und hat, waren die Treter des brasilianischen Angreifers Schönbächler um zwei Nummern zu gross.

Zumindest füllte er die Fussstapfen des heutigen Gladbachers in diesem Spiel perfekt aus. Schönbächler humorvoll: «Vielleicht hätte ich ihn anrufen und fragen sollen, ob er mir für Samstag nicht noch einmal seine Schuhe schicken könnte.» Wobei es in der aktuellen Meisterschaft auch mit den eigenen Schuhen zu zwei Toren und fünf Vorlagen gereicht hat.

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