Aktualisiert 29.06.2005 20:30

CDs der WocheSchöne Hoffnung

Im Radio und Fernsehen gespielt, für Frank Millers «Sin City» den Titel «Cells» abgeliefert: The Servant sind die Band der Stunde.

Mit ihrem Debüt zeigen Dan Black und seine drei Mitstreiter aus England, dass die derzeitige Popwelt durchwegs noch Nischen bietet für intelligente Musik. Eine solide Drum und die gekonnt rücksichtsvoll gespielte verzerrte Gitarre verleihen dem Ganzen die nötige Wucht, die manchmal etwas zu viel Understatement vermuten lässt.

Dazu singen Black und seine Chorknaben in melancholischer Weise über eine Welt, in der auch Zweifel den Alltag prägen, die jedoch ein Solidaritätsgefühl vermittelt und stets einen Rest Hoffnung übrig lässt. Ein schönes Album, das sich bestens dazu eignet, mal wieder in tiefe Gedanken zu versinken.

GAU

The Servant «The Servant»

(Prolifica/Phonag).

Beschwingte Melancholie

Eine lockere Bossa-Nova-Gitarre und sanfte Elektroklänge, die über süsse Melodien hinwegschweben. Von fern ein leises Trommeln, dass zusammen mit dem Meeresrauschen im Hintergrund ein wunderbares Latin-Feeling aufkommen lässt. Bei dieser Beschreibung denkt man bestimmt nicht zuerst an 2Raumwohnung. Doch mit dem Einsetzen des leicht entrückten Gesangs von Inga Humpe klingt auch die Musik nur zu deutlich nach dem Berliner Duo, das vormals eher durch kühle Elektro-Sounds aufgefallen ist. Das neue Album, teils mit altbekannten, teils mit neuen Songs, könnte durch seine laue, luftige Art zum Soundtrack dieses Sommers avancieren. So manches Lied lädt auf charmante Weise dazu ein, sich zu verlieben — und sei es auch nicht auf Dauer. Was bleibt, ist in jedem Fall ein kleiner Augenblick der beschwingten Melancholie.

2Raumwohnung «Melancholisch schön» (SONYBMg).

Feuchte Lunte

So was nennt man Künstlerpech. Pennywise machen fast alles richtig. Das Schlagzeug rattert im oberen Bereich der Beats per minute. Die Gitarrensaiten glühen ob des heissen Strebens, fetzen mal durch gediegenes Riffing, mal durch Surf in bester Melodic-Punk-Manier. Dazu kommen aussagekräftige Texte mit dem Herz am rechten Fleck. Sogar intelligent sind sie und griffig formuliert. Aber leider in monotone Melodien verpackt. Die Lunte ist feucht, die Wirkung verpufft. Cerpennywise «The Fuse»(Epitaph/Phonag).

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