Wettbewerb: Schönste Schweizer Bücher prämiert
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WettbewerbSchönste Schweizer Bücher prämiert

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat im Wettbewerb «Schönste Schweizer Bücher 2008» 32 Bücher prämiert. Die Urkunden wurden im Rahmen einer Vernissage im Museum für Gestaltung in Zürich verliehen.

Zum BAK-Wettbewerb waren insgesamt 395 Publikationen eingereicht worden. Die hohe Anzahl dokumentiere das ungebrochene Interesse an der Prämierung der schönsten Schweizer Bücher, sagte Urs Staub von der Sektion Kulturschaffen im Bundesamt für Kultur am Samstag. Der seit 1944 bestehende Wettbewerb sei ein wichtiges Element zur Förderung des Buchdesignes.

Laut Jurypräsident Cornel Windlin hatte die Jury unterschiedlichste Publikationen zu beurteilen, die unterschiedliche Zwecke erfüllten. Geachtet worden sei dabei auf die Konzeption, die grafische Gestaltung und die Typografie. Beurteilt worden seien insbesondere «Innovation und Originalität».

Clevere Stadtchronik

Als eine der extremsten Publikationen bezeichnete Windlin den Jahresbericht 2007 von Ringier - ein Wälzer mit 40 Seiten Infografiken und 800 Seiten Anzeigen aus Publikationen des Verlagshauses. Die Schrift besteche durch die «doppelbödige Anlage» und die «konsequente Umsetzung des küntlerischen Projektes».

Gute Noten erteilte die Jury auch «Wädenswil 001 - 555», eine Gemeindechronik mit 555 Bildern, die laut Windlin «das Leben in einer Kleinstadt mit einem Augenzwinkern darstellen». Es handle sich um eine clevere Schrift mit viel Charme, die sich wohltuend von andern ähnlichen Publikationen abhebe.

Zwei der 32 prämierten Bücher waren auch beim internationalen Wettbewerb der Stiftung Buchkunst in Leipzig erfolreich. «Hardau. Claro que si, c'est comme ça, c'est la vie» von Julia Ambroschütz (Salis Verlag Zürich) und «Frankenstein Set» von Chrstian Jankowski (modo Verlag, Freiburg i.Br.) wurden mit einem Ehrendiplom ausgzeichnet.

Zürcher Verleger geehrt

Der Jan-Tschichold-Preis verlieh das BAK dieses Jahr Benjamin Sommerhalder und seinem Zürcher Verlag Nieves. Der mit 15 000 Franken dotierte Preis wird Personen oder Institutionen für «besondere Leistungen in der Buchgestaltung» vergeben.

Sommerhalder habe mit einer kleinen Edition einen Verlag mit internationaler Ausstrahlung geschaffen, sagte Anisha Imhasly, die erstmals für die Organisation des BAK-Wettbewerbes verantwortlich zeichnete. Er gelte als Vorbild für viele ähnlich gelagerte Selfman- Publikations-Projekte, von denen es mittlerweile viele Nachahmer gebe.

Die «Schönsten Bücher der Schweiz» sind bis zum 5. Juli im Museum für Gestaltung in Zürich und ab dem 20. Oktober im mudac Musée de design et d'arts appliqués contemporains in Lausanne ausgestellt. Zu sehen sind erstmals in der Geschichte des BAK-Wettbewerbes neben den prämierten Titeln auch die übrigen zum Wettbwerb eingereichten Bücher.

Der Wettbewerb stelle sich damit der Öffentlichkeit, sagte Anisha Imhasly. Die Besucher seien eingeladen, sich über das Spektrum der Eingaben selbst ein Bild zu machen, über Qualitätsfragen zu diskutieren und die prämierten Bücher innerhalb eines grösseren Zusammenhangs wahrzunehmen.

Erschienen ist zur Ausstellung zudem ein Katalog, der sich mit praktischen und theoretischen Fragen rund um die Buchgestaltung befasst.

(sda)

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