Russische Grenze: Schon 100’000 Russen nach Kasachstan geflohen – weiter Chaos an der Grenze

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Russische GrenzeSchon 100’000 Russen nach Kasachstan geflohen – weiter Chaos an der Grenze

Weiter versuchen Tausende Russen ins Ausland zu flüchten, um der Rekrutierung zu entgehen. Satellitenbilder zeigen kilometerlange Staus an der georgischen Grenze.

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Dieses Satellitenbild von Maxar vom 25. September zeigt Lastwagen und Personenwagen im Stau an der georgischen Grenze. 

Dieses Satellitenbild von Maxar vom 25. September zeigt Lastwagen und Personenwagen im Stau an der georgischen Grenze. 

AFP
An der Grenze stauten sich nach Angaben der regionalen Behörden am Dienstag rund 5500 Fahrzeuge, darunter etwa 3600 Personenwagen.

An der Grenze stauten sich nach Angaben der regionalen Behörden am Dienstag rund 5500 Fahrzeuge, darunter etwa 3600 Personenwagen.

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Auch an der finnischen Grenze kommt es zu Verkehrschaos…

Auch an der finnischen Grenze kommt es zu Verkehrschaos…

via REUTERS

Darum gehts

Zehntausende Russen haben seit der Teilmobilmachung des russischen Militärs vor knapp einer Woche das Land verlassen. Allein nach Kasachstan seien seit dem 21. September rund 98’000 russische Staatsbürger eingereist, teilte die Migrationsbehörde des kasachischen Innenministeriums am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Mehr als 8000 Russen erhielten demnach eine persönliche Identifikationsnummer, die Voraussetzung für eine Registrierung und die Eröffnung von Bankkonten in dem zentralasiatischen Land ist. Seit Anfang April hätten bereits mehr als 93’000 russische Staatsbürger Identifikationsnummern und mehr als 4000 eine Aufenthaltserlaubnis für Kasachstan bekommen.

Teilmobilmachung löst Fluchtwelle aus

Russlands Präsident Wladimir Putin will rund 300’000 Reservisten einziehen lassen, um nach den Niederlagen der russischen Armee in der Ukraine die besetzten Gebiete zu halten. Er hatte deshalb am vergangenen Mittwoch eine Teilmobilmachung angeordnet, was bei vielen Russen Panik auslöste.

Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte erklärt, dass alle Russen aufgenommen würden. Innenminister Marat Achmetdschanow betonte am Dienstag zugleich, dass russische Kriegsdienstverweigerer, nach denen gefahndet werde, ausgeliefert werden müssten.

5500 Autos im Stau an georgischer Grenze

Auch nach Georgien versuchten Tausende Russen zu gelangen. An der Grenze südlich von Wladikawkas stauten sich nach Angaben der regionalen Behörden am Dienstag rund 5500 Fahrzeuge, darunter etwa 3600 Personenwagen.

Das Innenministerium der russischen Teilrepublik Nordossetien erlaubte den Menschen zwar grundsätzlich, die Grenze nach Georgien zu Fuss zu überqueren. Auf nordossetischer Seite hat unterdessen aber auch eine operative Rekrutierungsgruppe, zu der Militärvertreter gehören, die Arbeit aufgenommen. Diese kontrolliert nach Angaben der Staatsagentur Tass, ob Ausreisende wehrpflichtig seien und stelle in dem Fall direkt eine Vorladung aus.

Seit der Teilmobilmachung versuchen etliche russische Männer über die Grenze zu fliehen. Augenzeugen berichten von kilometerlangen Staus.

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(dpa/fis)

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