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Grausiger FundSchon 13 Füsse an Strand in Kanada angeschwemmt

Über ein Dutzend Menschenfüsse sind seit August 2007 an Kanadas Westküste angeschwemmt worden. Für die Finder ein Schreck, für die Behörden kein Grund zur Sorge.

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Anfang Dezember 2017 fand ein Mann am Ufer des Jordan River auf Vancouver Island einen abgetrennten Fuss, der in einem schwarzen Turnschuh steckte.

Anfang Dezember 2017 fand ein Mann am Ufer des Jordan River auf Vancouver Island einen abgetrennten Fuss, der in einem schwarzen Turnschuh steckte.

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An der kanadischen Pazifikküste wurden seit 2007 insgesamt 13 Füsse in Turnschuhen angespült.

An der kanadischen Pazifikküste wurden seit 2007 insgesamt 13 Füsse in Turnschuhen angespült.

AP
Allein die ersten sechs Funde wurden zwischen 2011 und 2012 entdeckt.

Allein die ersten sechs Funde wurden zwischen 2011 und 2012 entdeckt.

20 Minuten/kle

Was für ein makaberer Fund: Ein Mann, der mit seinem Hund am Strand von Sooke auf Vancouver Island in Kanada spazierte, hat einen abgetrennten menschlichen Fuss entdeckt. Das Körperteil war ans Ufer des Jordan River geschwemmt worden. Der Fuss, sowie ein Teil des Schien- und des Wadenbeins, steckten in einem schwarzen Turnschuh, berichtet der kanadische Sender CBC.

So schaurig der Fund auch ist, in diesem Teil der Provinz British Columbia ist er gar nicht so unüblich: Seit 2007 sind schon 12 weitere Füsse angespült worden, zuletzt im Februar 2016. Acht Leichenteile konnten bisher sechs Personen zugeschrieben werden.

Es sind entweder Unfall- oder Selbstmordopfer

Was den Findern jeweils einen rechten Schreck einjagen dürfte, ist für die Behörden wenig alarmierend: Laut Andy Watson von der Gerichtsmedizin in British Columbia wurde nun erst einmal eine DNA-Analyse angeordnet. Es sei zwar noch zu früh, um eine Todesursache festzulegen, man gehe aber nicht von einem Verbrechen aus.

Schon beim Auftauchen der ersten Füsse suchten Ermittler und Wissenschaftler eine plausible Erklärung dafür. Die Leichenteile müssen von einem Flugzeug- oder Schiffsunglück stammen, lautet eine der meistverbreiteten Theorien. Nach einer anderen These vermutet man, dass es die Überreste von Selbstmördern sind, die in Flüsse gesprungen sind, die in den Pazifik münden. «Es liegen vermutlich Tausende Leichen in den Gewässern in der Nähe von Vancouver», schreibt Mark Memmott vom lokalen Nachrichtenportal NPR.

Warum Füsse und keine Torsos?

Dass ausgerechnet die Füsse an die Oberfläche gelangen, liege wohl an der Gummisohle und den Schuhen, erklärte der Pathologe Stephen Fonseca gegenüber «The Daily Beast». Die Fische könnten die Schuhe nicht durchbeissen, was verhindere, dass sich die Körperteile auflösen.

Auch für die Forensikerin Gail Anderson von der Simon Fraser Universität ist der Fall klar: Die Autopsien bisher hätten ergeben, dass die Füsse vom Rest des Körpers nicht etwa gewaltsam abgetrennt worden seien, sondern sich nach langer Zeit im Wasser von selber gelöst hätten. «Wenn eine Leiche im Wasser treibt, fällt der tote Körper auseinander, und die Füsse lösen sich vom Rest des Beines», erklärte sie gegenüber kanadischen Medien.

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