Asiatischer Laubholzbockkäfer: Gefährlicher Schädling bedroht Wald in Zell

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Zell LUSchon 180 Bäume gefällt – gefährlicher Käfer bedroht nun Schutzwald

In Zell im Kanton Luzern treibt sich der Asiatische Laubholzbockkäfer herum. 180 Bäume mussten gefällt werden. Der Käfer gefährdet sogar auch einen Schutzwald.

von
Gianni Walther
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Gefährlicher Schädling: Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) treibt sich in Zell bereits seit sechs Jahren herum.

Gefährlicher Schädling: Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) treibt sich in Zell bereits seit sechs Jahren herum.

Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa)
Mehrere Ausfluglöcher an einem befallenen Baum. 

Mehrere Ausfluglöcher an einem befallenen Baum. 

Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa)
Um dem Schädling die Nahrungsgrundlage zu entziehen, müssen betroffene Bäume gefällt und vernichtet werden.

Um dem Schädling die Nahrungsgrundlage zu entziehen, müssen betroffene Bäume gefällt und vernichtet werden.

Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa)

Darum gehts

  • Der Asiatische Laubholzbockkäfer zählt zu den besonders gefährlichen Schädlingen.

  • Mitte August wurde der Käfer in Zell LU entdeckt.

  • Seither mussten rund 180 Bäume gefällt werden. Auch Spürhunde sind im Einsatz.

  • Offenbar sind die Käfer bereits seit sechs Jahren in der Gemeinde aktiv.

Ahorn, Weide, Esche und weitere Bäume: Sie alle werden vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen. Macht sich der Eindringling in der Schweiz breit, kann das verheerend sein: «Der ALB kann befallene Laubbäume und Sträucher binnen weniger Jahre zum Absterben bringen und hohe ökologische und wirtschaftliche Schäden anrichten», so das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Der «besonders gefährliche Schadorganismus» wurde Mitte August in Zell LU entdeckt. «Die zu erwartenden wirtschaftlichen und ökologischen Schäden für das betroffene Gebiet sowie die ganze Schweiz sind hoch, daher muss der ALB konsequent bekämpft und getilgt werden», teilte der Kanton Luzern mit.

«In Bezug auf die Anzahl befallener Bäume spricht das Bundesamt für Umwelt vom grössten Befall in der Schweiz», heisst es weiter. Betroffene Bäume müssen gefällt werden, um dem Käfer die Lebensgrundlage zu nehmen. Es wurden bereits rund 180 Bäume gefällt. Bei 75 dieser Bäume wurde der Käfer nachgewiesen, bei den restlichen bestand der Verdacht auf einen Befall oder sie wurden vorsorglich gefällt. Nutzen kann man das Holz nicht mehr: Es wurde gehäckselt und verbrannt. Von gefällten Bäumen können die Schädlinge zu Bäumen in der Nähe abwandern. Mit zwölf sogenannten Fangbäumen werden deshalb Käfer angelockt. Regelmässig werden dort Käfer abgelesen. Nach spätestens eineinhalb Jahren werden die Bäume kontrolliert und vernichtet. Auch Spürhunde sind im Einsatz. Im Winter, wenn der Käfer nicht aktiv ist, werden die bisherigen Erfahrungen ausgewertet und das Ausmass des Befalls analysiert.

Was tun bei einem Verdacht?

Auswirkungen auf Schutzwald

Weitere Baumfällungen können nicht ausgeschlossen werden. Denn das Verbreitungsgebiet des Schädlings ist grösser, als bisher angenommen wurde. So wurde auch ein Baum in einem Schutzwald gefällt. Darum haben die zuständigen Behörden eine Ausgangsanalyse gemacht: «Wir klären, welche Baumarten im Wald vorkommen und welche Bäume von einer allfälligen Baumfällung betroffen wären», sagt Einsatzleiter Miguel Zahner von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald. «Anhand dieser Daten können wir abschätzen, wie gross die Auswirkungen von Baumfällungen auf den Schutzwald sind.»

Die Bäume nehmen Wasser auf und stabilisieren mit ihren Wurzeln den steilen Hang. So sollen etwa Murgänge verhindert werden. Denn gleich unterhalb des Hangs fliesst die Luthern durch und auf der anderen Uferseite befindet sich Siedlungsgebiet. «Mit verschiedenen Expertinnen und Experten erarbeiten wir nun eine Lösung», sagt Zahner. Der Käfer soll ausgemerzt werden. «Ziel ist aber auch, dass es nicht zu Folgeschäden kommt, beispielsweise durch Naturgefahren. Hier brauchen wir eine gute Lösung und die Güterabwägung ist wichtig. Würden wir jetzt einfach den ganzen Schutzwald fällen, dann hätten wir rund 30 bis 40 Jahre lang neue Probleme, um die wir uns kümmern müssten.»

Macht dir die Zunahme an immer mehr invasiven Schädlingen Angst?

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