Zürich: Schon 2 Mio Franken mit Karten ergaunert
Aktualisiert

ZürichSchon 2 Mio Franken mit Karten ergaunert

Immer mehr Betrugsfälle mit
Maestro-Karten kommen ans Tageslicht. Experten bemängeln fehlende Investitionen in moderne Technologien.

von
Zora Schaad
Eine manipulierte Tastatur und ein Lesegerät. Foto: dapd

Eine manipulierte Tastatur und ein Lesegerät. Foto: dapd

Betrügereien mit manipulierten Bancomaten und gestohlenen Kartendaten beherrschen die Schlagzeilen: Drei Fälle täglich werden registriert und die Anzahl der Skimming-Fälle hat sich in den letzten Monaten versechsfacht. Wie die «Handelszeitung» be­richtet, steigt auch die Zahl der Debit-Karten-Sperrungen in gleichem Ausmass. Während im ganzen letzten Jahr 5000 Karten gesperrt werden ­mussten, sind es heuer allein im ersten Quartal 22 000 Sperrungen. An 839 Karten wurden Manipulationen vorgenommen und damit ­Bezüge in Übersee mit einem Gesamt­volumen von zwei Millionen Franken ge­tätigt.

Alain Bichsel, Sprecher von SIX Card Solutions, dem führenden Anbieter im bargeld­losen Zahlungsverkehr, gibt sich kämpferisch: «Zwischen Gauner­methoden und Betrugsbekämpfung ist ein Wettrüsten in Gang.» Alle Beteiligten seien gefordert. Bichsel: «Es wird mit Hochdruck an Massnahmen zur Betrugsabwehr gearbeitet.» Von einem präventiven Austausch der Bancomaten, wie es in Deutschland praktiziert wird, ist man aber weit entfernt. «Das ist bei uns kein Thema. Die Hardware ist völlig in Ordnung», sagt etwa Raiffeisenbank-Sprecher Franz Würth. Ein Insider für Wirtschaftskriminalität ortet dagegen dringenden Handlungsbedarf: «Ein Technologieschub wäre möglich. Doch solange es die Banken günstiger kommt, die Schäden einfach zu bezahlen, wird nichts unternommen.»

«Solange es die Banken günstiger kommt, die Schäden einfach zu ­bezahlen, wird nichts unternommen.»

Experte für Wirtschaftskriminalität

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