Proteste in Ägypten: Schon 20 Tote bei Angriff auf Demonstranten
Aktualisiert

Proteste in ÄgyptenSchon 20 Tote bei Angriff auf Demonstranten

Die Demonstrationen vor dem Verteidigungsministerium in Kairo werden blutiger. Unbekannte haben die Belagerer angegriffen und mindestens zwanzig von ihnen getötet.

von
jam

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Kairo sind nach neuen Angaben mindestens 20 Menschen getötet worden. Das erklärten Ärzte am Mittwoch, nachdem zunächst von neun Todesopfern die Rede gewesen war. Vertreter der Sicherheitskräfte sagten am Mittwoch, die Gewalt sei am frühen Morgen ausgebrochen, als Bewaffnete mehrere Hundert Demonstranten attackierten. Bei vielen der Demonstranten handelte es sich um Anhänger eines ultrakonservativen Islamisten, der von der bevorstehenden Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden war.

Die Kämpfe in den Strassen rund um das ägyptische Verteidigungsministerium dauerten mehrere Stunden. Angreifer und Demonstranten gingen laut Angaben der Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken, Steinen und Brandbomben aufeinander los. Zeugen berichteten, Schüsse gehört zu haben.

Das ägyptische Gesundheitsministerium bestätigte den Tod von neun Menschen, 49 Menschen wurden demnach verletzt. Aus ärztlichen Kreisen verlautete gar, dass möglicherweise bis zu zwanzig Personen ums Leben gekommen seien, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Unklar war zunächst, ob unter den Toten auch Angreifer waren. Auch wer die Angreifer waren, blieb zunächst ungewiss.

Islamist wurde aus formellen Gründen ausgeschlossen

Seit dem vergangenen Samstag demonstrieren tausende Menschen in einem Protest-Zeltlager unweit des Verteidigungsministeriums in Kairo für ein Ende der Militärherrschaft. Viele von ihnen unterstützen den ultrakonservativen Islamisten Hasem Salah Abu Ismail. Er wurde von den in drei Wochen bevorstehenden Präsidentschaftswahlen ausgeschlossen, weil seine Mutter die Staatsbürgerschaft Ägyptens und der USA besitzt. Laut ägyptischem Wahlgesetz ist daher eine Kandidatur nicht möglich. Anhänger Abu Ismails sollen unbestätigten Medienberichten zufolge Schusswaffen in das Zeltlager gebracht haben.

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Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak im Februar letzten Jahres kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen dem herrschenden Militärrat und Demonstranten, die eine Machtübergabe der Generäle an eine zivile Regierung fordern. Der Militärrat hat dies für den 1. Juli angekündigt. (jam/sda/dapd)

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