«Europa gegen Facebook»: Schon 25'000 klagen gegen Facebook

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«Europa gegen Facebook»Schon 25'000 klagen gegen Facebook

Die in Wien am letzten Donnerstag eingereichte Sammelklage gegen Facebook übertrifft die Erwartungen der Initiatoren. Auch Schweizer klagen gegen das soziale Netzwerk.

von
pst

Die am vergangenen Donnerstag in Wien eingebrachte Sammelklage gegen Facebook übertrifft mit bis zu 7000 neuen Teilnehmern pro Tag alle Erwartungen. Zu Spitzenzeiten schloss sich alle sechs Sekunden ein Nutzer an. Maximilian Schrems, Autor des Buches «Kämpf um Deine Daten» und Initiant der Sammelklage, zeigt sich erfreut über den bisherigen Verlauf: «Wir haben auf breite Unterstützung gehofft - wie breit diese nun ausfällt, übertrifft aber meine optimistischsten Erwartungen.»

Schon 25'000 Personen aus über 100 Ländern haben sich nach knapp einer Woche an der Klage beteiligt. Der Grossteil kommt aus Europa, aber auch aus anderen Teilen der Welt gibt es zahlreiche Unterstützer.

2011 hatte Schrems Facebook aufgefordert, ihm Auskunft über alle Daten zu geben, die in dem sozialen Netzwerk über ihn gespeichert sind. Daraufhin bekam er über 1200 Seiten zugeschickt. Bei rund einem Viertel der Daten handelte es sich um von ihm bereits gelöschte Angaben. Mit der aktuellen Sammelklage will er erreichen, dass sich Facebook im Bereich Datenschutz an EU-Recht hält und nicht das laschere US-Recht anwendet.

Klägerzahl beschränkt

Gemäss Schrems sind die Verantwortlichen der «Europa gegen Facebook»-Initiative auf den Kläger-Ansturm gut vorbereitet. Dennoch habe man relativ früh eine Grenze setzen müssen, was die Anzahl Unterstützer betreffe. «Wir müssen diese Abtretungen einzeln prüfen und verwalten», erklärt der 26-jährige Österreicher. Aus diesem Grund habe man die Teilnehmerzahl vorerst auf 25'000 Facebook-Nutzer beschränkt. So muss sich momentan gedulden, wer sich der Sammelklage noch anschliessen will, denn die Zahl von 25'000 Unterstützern wurde am Dienstag erreicht.

Die meisten der angenommenen Sammelkläger stammen aus Mitteleuropa. An der Spitze liegt Deutschland mit 5287 Unterstützern. Dahinter folgen Österreich (3712) und die Niederlande (2438). Auch Schweizer haben sich an der Initiative beteiligt: Von den 3,44 Millionen monatlich aktiven Facebook-Eidgenossen haben sich 138 der Klage von Maximilian Schrems angeschlossen.

Die Tatsache, dass sich nur knapp 140 Schweizer der Sammelklage angeschlossen haben, führt Schrems auf die «bisher eher überschaubare Berichterstattung in der Schweiz» zurück. Allerdings betont er, «dass Deutschland ja auch ?nur? 5287 Teilnehmer verzeichnet. Wenn man das vergleicht, ist es auch wieder nicht so wenig.»

Informationen zur Sammelklage liefert die offizielle Website der «Europa gegen Facebook»-Initiative. Facebook-Nutzer, die sich bei einer allfälligen Ausdehnung der Klägerschaft anschliessen wollen, können sich bereits jetzt auf fbclaim.com registrieren.

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