02.08.2020 13:39

Johnson prüft neue Massnahme

Schon 50-Jährige sollen wegen Corona zuhause bleiben

Zuerst unterschätzte er die Pandemie. Jetzt prüft Boris Johnson offenbar drakonische Massnahmen, die vor allem Ältere treffen würden.

von
Nicolas Saameli
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Will einen Lockdown mit allen Mitteln verhindern: Premier Boris Johnson.

Will einen Lockdown mit allen Mitteln verhindern: Premier Boris Johnson.

KEYSTONE
Laut einem Medienbericht prüft er derzeit, über 50 Jährigen zu empfehlen, zuhause zu bleiben.

Laut einem Medienbericht prüft er derzeit, über 50 Jährigen zu empfehlen, zuhause zu bleiben.

keystone-sda.ch
Heute hatte Johnson einen Teillockdown im Grossraum Manchester ausgerufen.

Heute hatte Johnson einen Teillockdown im Grossraum Manchester ausgerufen.

Getty Images

Darum gehts

  • Der britische Premierminister Boris Johnson überlegt sich, 50 bis 70-Jährigen zu raten, zuhause zu bleiben.
  • Das schreibt die Zeitung «Sunday Times».
  • Johnson hatte die Corona-Pandemie anfänglich unterschätzt.

Knapp fünf Monate ist es her, dass der britische Premierminister Boris Johnson die Corona-Pandemie unterschätzte. Als im März, mit Ausnahme von Schweden, ganz Europa in den Lockdown ging, verzichtete Johnson auf drakonische Schritte. Viele Familien würden wohl Angehörige verlieren, sagte er – und tat praktisch nichts.

Das rächte sich schnell: Als erstes Staatsoberhaupt einer Industrienation steckte sich Johnson mit dem Virus an und musste auf einer Intensivstation behandelt werden. Zeitweise war sein Zustand kritisch. Grossbritannien war eines der am stärksten vom Virus betroffenen Länder. Bis heute zählt das Vereinigte Königreich zu den Ländern mit den meisten Toten.

Plan als Kriegsspiel

Inzwischen hat Grossbritannien sein Corona-Regime gestrafft. Derzeit gelten auf der Insel strengere Massnahmen als in der Schweiz. Jetzt prüft Johnson offenbar sogar eine Anpassung der Risikogruppe: Wie die «Sunday Times» heute schreibt, liegt an der Downing Street 10, dem Amtssitz des britischen Premiers, der Vorschlag auf dem Tisch, Menschen zwischen 50 und 70 «personalisierte Risiko-Ratings» zuzuweisen. Wer über 50 Jahre alt ist, würde dadurch gebeten, zuhause zu bleiben.

Die Massnahme ist Teil eines sogenannten «War Games», also einer Simulation von Handlungsmöglichkeiten der Regierung. Die «Times» bezeichnet sie als «nukleare Option». Johnson und sein Kabinett wollen damit für eine allfällige zweite Welle im Herbst gewappnet sein und einen Lockdown verhindern. Ob die Massnahme tatsächlich umgesetzt wird, steht aber noch in den Sternen.

Manchester im Lockdown

Um eine zweite Welle zu verhindern hat Johnson heute einen Teil-Lockdown in Nordengland beschlossen. Vier Millionen Menschen im Grossraum Manchester und den Regionen Ost-Lancashire und West Yorkshire dürfen nun in Innenräumen keine Personen mehr treffen, die nicht im gleichen Haushalt wie sie wohnen, schreibt der «Telegraph».

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66 Kommentare
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Patriot

03.08.2020, 09:13

Premier Johnson geht der A.... auf Grundeis. Corona, EU-Austritt, Konflikt mit China wegen Hongkong, alles Problemfelder von denen jedes einzelne dazu geeignet ist die britische Wirtschaft in den Orkus zu stürzen. Denn GB funktioniert nur mit einer Schönwetter-Strategie, es gibt nirgendwo einen Plan B geschweige denn irgendwelche Reserven. Die Ursache hierfür liegt lange zurück. Im Grunde dümpelt GB seit 1914 im permanenten Krisenmodus vor sich hin. Auch Frau Thatchers Politik war nicht nachhaltig da sie nur mit Hilfe ausl. Investoren funktionierte. Das hat auch mit dem antiquierten Wahl- und dem 2-Parteien-System zu tun. So wurde nach fast jedem Regierungswechsel alles platt gemacht was die Vorgänger aufgebaut hatten. Das generierte über Jahrzehnte einen üblen Schlingerkurs.

André

03.08.2020, 06:28

Die JUNGEN die sich weder ans Masken tragen , noch um Abstand halten kümmern sollten zu Hause bleiben und Hände waschen.

Genesene

03.08.2020, 05:59

Wie wäre es mal mit einem Bericht über (ältere) Menschen die Corona ohne Probleme überstanden haben? Tom Hanks zum Beispiel! Oder Boris Johnson oder Bolsonaro oder .... . Inzwischen gäbe es tausende und Abertausende Beispiele. Wäre doch mal eine Alternative zu den weit hergeholten Einzelfällen mit schwerem Verlauf.