Aktualisiert 07.08.2011 21:27

Starker Franken

Schon bald mehr Arbeitslose?

Die Schweiz im Würgegriff des starken Frankens: Die Wirtschaft ruft nach weiteren Interventionen der SNB, der Bund rechnet mit mehr Arbeitslosen. Experten warnen gar vor einer Rezession.

Dunkle Wolken über dem Bundeshaus (r.) und der Nationalbank: Was bringt die Zukunft?

Dunkle Wolken über dem Bundeshaus (r.) und der Nationalbank: Was bringt die Zukunft?

Trotz der Ankündigung der Nationalbank (SNB), sich der Aufwertung des Frankens entgegenzustemmen, steht SNB-Chef Philipp Hildebrand unter Druck: Hans Hess, Präsident des Industrieverbands Swissmem, forderte angesichts des Euro-Absturzes unter 1.10 Franken neue Interventionen der SNB am Devisenmarkt. Auch namhafte Ökonomen sprachen sich in der Sonntagspresse für eine Untergrenze des Euro-Wechselkurses aus. Selbst Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer rüttelt am Tabu: «In ausserordentlichen Lagen sollte im Interesse der Schweizer Wirtschaft die Verfolgung eines Wechselkurszieles nicht ausgeschlossen werden», so Bührer zur «SonntagsZeitung».

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechnet bereits mit mehr Arbeitslosen im Herbst: «Bleibt der Wechselkurs auf diesem Niveau, müssen wir insbesondere in der Maschinenindustrie mit einer grossen Zahl von Produktionsverlagerungen ins Ausland und Entlassungen rechnen», so Seco-Direktor Serge Gaillard zur «NZZ am Sonntag». Der Euro-Absturz bleibt laut Gaillard nicht ohne «schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft».

Auch Schweizer Banken und Konjunkturforscher korrigieren ihre Prognosen reihum nach unten. Bleibt der Euro dauerhaft so tief, droht laut den Experten gar der Fall in die Rezession. Der Bundesrat befasst sich heute in einer ausserordentlichen Sitzung mit der Frankenstärke.

(20 Minuten)

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