Zürich Altstetten : Ratten am Zürcher Lindenplatz – Stadt will das Nager-Problem bekämpfen

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Zürich Altstetten Ratten am Zürcher Lindenplatz – Stadt will das Nager-Problem bekämpfen

Am Zürcher Lindenplatz wurden Ratten gesichtet. Sie werden angezogen, weil Anwohnende vor Ort Tauben füttern. Die Stadt Zürich will jetzt handeln.

von
Lynn Sachs

Ratten in Zürich Altstetten: Der Grund dafür könnte laut Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich (UGZ) die Taubenfütterung am Lindenplatz sein.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Ein Anwohner wurde am Sonntag Zeuge, wie mehrere Ratten am Zürcher Lindenplatz Nüsse und Mais frassen.

  • Der 57-Jährige befürchtet, dass sich die Nager schnell vermehren werden.

  • Der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich (UGZ) will die nötige Bekämpfung einleiten.

Das Phänomen ist bekannt: Der Lindenplatz in Zürich Altstetten ist voller Tauben. Auf der Meldeplattform für Mängel und Schäden an der städtischen Infrastruktur «Züri wie neu» sind dazu bereits mehrere Beschwerden eingegangen. Jetzt könnte sich aber ein neues Problem präsentieren: Ein Anwohner war am Sonntag am Lindenplatz, als ihm plötzlich am helllichten Tag eine Ratte über den Weg lief.

«Das habe ich hier noch nie gesehen», sagt der 57-Jährige. Wie er berichtet, waren gleich vier Tiere am Werk. «Sie haben Nüsse und Mais gefressen, die jemand für die Tauben hingeworfen hatte.» Dafür hat der Zürcher wenig Verständnis: «Da legt jemand kiloweise Futter hin. Das ist blödsinnig. Vor ein paar Jahren waren es noch ein Dutzend Tauben, heute sind es Hunderte.» Der Anwohner befürchtet, dass dies auch bei den Ratten geschehen könnte. «Es ist unangenehm. Ich halte mich nicht mehr gerne am Lindenplatz auf.»

Ursache: «Sinnlose Vogelfütterung»

Der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Zürich (UGZ) hatte von den Ratten auf dem Lindenplatz keine Kenntnis. Man wisse aber, dass dort Tauben gefüttert werden. «Die überflüssige und sinnlose Vogelfütterung ist die Ursache für die vielen Tauben und vermutlich auch, dass es jetzt Ratten hat», sagt Marcus Schmidt, Projektleiter Schädlingsprävention.

Ratten seien potenzielle Krankheitsüberträger für beispielsweise Salmonellen, andere Durchfallerreger, Leptospirose oder das Hantavirus. «Kommen Personen mit dem Urin oder Kot in Kontakt und waschen sich anschliessend nicht die Hände, so können diese Krankheiten übertragen werden. Für mich ist deshalb schon eine Ratte dort zu viel.»

Zudem könnten die Nager laut Schmidt Schäden an den Einrichtungen und an Elektrokabeln in den Kiosks und anderen Läden am Lindenplatz anrichten. Deshalb will das UGZ die Situation nun vor Ort begutachten und die nötige Rattenbekämpfung einleiten.

Ratten nach starken Regenfällen am Hönggerberg

Im letzten Herbst hatten sich Ratten am Zürcher Hönggerberg angesiedelt. Es wurde damals angenommen, dass die Nagetiere durch das Hochwasser im Sommer 2021 von der Limmat den Berg hoch in Richtung der Wohngebiete getrieben wurden. Die Stadt Zürich bat die Bevölkerung um Mithilfe: Weil alle Arten von Lebensmittelresten die Allesfresser anlocken und zu ihrer Vermehrung beitragen, sollten Vögel und andere Wildtiere im öffentlichen Raum nicht gefüttert werden. Die Situation konnte unter Kontrolle gebracht werden.

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