Schon Elfjährige tappen in die Dopingfalle
Aktualisiert

Schon Elfjährige tappen in die Dopingfalle

Einer von hundert Elfjährigen in Frankreich gibt zu, Dopingmittel zu nehmen, um seine Sportleistungen zu verbessern. Je mehr sie trainieren, desto gefährdeter sind die Jungsportler. Und: Die Substanzen machen die jugendlichen Doper gewalttätig.

Im Alter von 15 Jahren steige der Anteil auf drei Prozent. Ausserdem nähmen die Jugendlichen die Mittel dann regelmässiger: Während knapp zwei Drittel der elfjährigen Doper seltener als einmal pro Monat verbotene Mittel einnahmen, tat es derselbe Anteil der 15-jährigen Doper mindestens einmal in der Woche. Das berichten französische Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblatts «British Journal of Sports Medicine».

Für eine erste Untersuchung im Jahr 2001 hatten die Forscher um Patrick Laure 3500 Elfjährige aus Frankreich befragt. Sie sollten unter anderem angeben, ob sie Dopingmittel benutzt hatten, die zwar als Medikamente zugelassen sind, aber von der Welt-Anti-Doping- Agentur als Doping verboten wurden.

Nun veröffentlichten die Wissenschaftler eine zweite Befragung derselben Jungendlichen vier Jahre später. Jungen greifen demnach häufiger zu Dopingmitteln als Mädchen. Gefährdet seien besonders junge Sportler mit niedrigem Selbstwertgefühl und ängstliche Kinder.

Ausserdem sei der Missbrauch umso höher, je mehr Stunden pro Woche die Jugendlichen trainierten. Knapp die Hälfte der Doper gab an, durch das Doping mindestens einen Sportwettbewerb gewonnen zu haben.

Vier Prozent der Doper berichteten von Gesundheitsproblemen, darunter waren der Hang zu Gewalttätigkeit und die Änderung der Stimme. (sda)

Deine Meinung