Absturz von «Rosat »: Schon wieder bedroht ein Satellit die Erde

Aktualisiert

Absturz von «Rosat »Schon wieder bedroht ein Satellit die Erde

Zwischen dem 20. und 25. Oktober wird erneut ein Satellit unkontrolliert auf die Erde stürzen. Diesmal ist möglicherweise auch die Schweiz bedroht.

Eine Computergrafik zeigt den Forschungssatelliten «Rosat»: Er wird bald unkontrolliert auf die Erde stürzen - wo genau, weiss keiner.

Eine Computergrafik zeigt den Forschungssatelliten «Rosat»: Er wird bald unkontrolliert auf die Erde stürzen - wo genau, weiss keiner.

Rund vier Wochen nach dem Absturz des US- Forschungssatelliten UARS in den Pazifik wird erneut ein ausgedienter Satellit unkontrolliert auf die Erde fallen: Voraussichtlich zwischen dem 20. und 25. Oktober wird der Röntgensatellit Rosat mit 28 000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten.

Dies teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch auf seiner Internetseite mit. Der exakte Zeitpunkt sowie der Ort des Wiedereintritts von Rosat in die Atmosphäre lassen sich nicht vorhersagen, wie das DLR weiter mitteilte. Deshalb gilt für das berechnete Zeitfenster vom 20. bis zum 25. Oktober derzeit auch noch ein Spielraum von plus oder minus drei Tagen. Je näher der Aufschlagstermin rückt, desto besser kann aber auch das Zeitfenster berechnet werden.

Beim Eintauchen in die Erdatmosphäre wird Rosat in Trümmerstücke zerbrechen und zum Teil durch die extreme Hitze verglühen. Nach jüngsten Untersuchungen muss den Angaben zufolge aber damit gerechnet werden, dass bis zu 30 einzelne Trümmerteile mit einer Gesamtmasse von 1,6 Tonnen die Erdoberfläche erreichen könnten.

Satellit verliert kontinuierlich an Höhe

Die amerikanisch-deutsch-britische Rosat-Mission gilt unter Wissenschaftlern als ausgesprochen erfolgreich. Der Satellit registrierte bei seinem knapp neunjährigen Einsatz im All rund 80 000 kosmische Röntgenquellen. Mehr als 4000 Wissenschaftler aus 24 Ländern waren an den entsprechenden Messungen beteiligt.

Während seiner 1990 gestarteten Mission kreiste der Rosat auf einer elliptischen Umlaufbahn in 585 bis 565 Kilometern Entfernung zur Erdoberfläche. Seit dem Missionsende 1999 verliert der Röntgensatellit laut DLR durch die Reibung an der Erdatmosphäre kontinuierlich an Höhe.

Anfang September 2011 betrug sein Abstand zur Erde nur noch etwa 290 Kilometer. Gesteuert werden kann Rosat nicht, denn der Satellit hat kein Triebwerk an Bord. Erst Ende September war der US-Forschungssatellit UARS auf die Erde gestürzt. Dutzende Trümmerteile des Satelliten, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglüht sein dürften, versanken wahrscheinlich vor dem US-Bundesstaat Kalifornien im Pazifik.

(Video: Youtube/reset001zx)

Prof. Joachim Trümper vom Max-Planck-Institut über die Mission «Rosat»

(Video: Youtube/southamnews) (sda)

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