Aktualisiert 15.12.2013 17:59

Polizisten verletzt

Schon wieder: Chaoten wüten vor Reitschule

Am Wochenende haben Jugendliche vor der Berner Reitschule eine Strassenblockade errichtet, angezündet und Polizisten attackiert. Bei der Stadt hat man langsam, aber sicher genug.

von
Christoph Albrecht

Wüste Krawalle in der Bundesstadt: Vor der Berner Reitschule haben in der Nacht auf Sonntag erneut Chaoten gewütet. Mit Baustellenabsperrungen, Gittern und Holzpaletten verbarrikadierten sie in der Nacht auf Sonntag die angrenzende Schützenmattstrasse und steckten das Material in Brand.

Drei Polizisten verletzt

Als Polizei und Feuerwehr mit einem Grossaufgebot am Hotspot eintrafen, kam es zu schweren Auseinandersetzungen, bei denen drei Beamte verletzt wurden: «Mehrere Chaoten attackierten die Einsatzkräfte mit Steinen und Glasflaschen», erzählt Leser-Reporterin Kathrin Tschaar. Die 46-Jährige hatte die wüsten Szenen aus nächster Nähe beobachtet: «Verschiedene Feuer brannten - es herrschte grosse Hektik.» Auch Passant Jan Holger Engberg wurde auf seinem Heimweg zufällig Zeuge der Krawalle. «Auf dem Boden lagen umgekippte Container, alles war voller Glasscherben», so Engberg. Die Luft sei mit Tränengas geschwängert gewesen.

Das Grossaufgebot der Polizei brauchte rund vier Stunden, um das Chaos in den Griff zu kriegen: «Unsere Leute mussten einerseits die Randalierer auf Distanz halten und andererseits der Feuerwehr die Löscharbeiten ermöglichen», sagt Corinne Müller, Mediensprecherin der Kapo Bern. Die hohe Gewaltbereitschaft der Angreifer sowie die vielen Passanten auf der Schützenmatte hätten den Einsatz zusätzlich erschwert.

Konsequenzen für die Reitschule

Bei der Stadt hat man nach den erneuten Ausschreitungen vor dem berühmt-berüchtigten Berner Kulturzentrum die Nase voll: «Die Reitschule wird einfach nicht Herr über ihr Sicherheitsproblem», ärgert sich Gemeinderat Reto Nause. Die Stadt habe erst kürzlich mit den Betreibern der Reitschule ein Gespräch vereinbart, so der Polizeidirektor. Dieses sei dann allerdings boykottiert worden. Deshalb ist die Situation für Nause nach den jüngsten Vorkommnissen nicht mehr tragbar: «Jetzt braucht es politische Konsequenzen.»

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