Vierfachmord von Annecy: Schoss der Killer mit Schweizer Armeewaffe?
Aktualisiert

Vierfachmord von AnnecySchoss der Killer mit Schweizer Armeewaffe?

Die Ermittler im Fall Annecy wollen die Mordwaffe ausgemacht haben. Es soll sich um eine Parabellum 08 handeln, eine Pistole, die bis 1946 von der Schweizer Armee verwendet wurde.

von
gux

Die 40 Polizisten, die im Vierfachmord von Annecy ermitteln, sollen laut «Sunday Telegraph» herausgefunden haben, welche Waffe für die brutale Hinrichtung verwendet wurde: eine Parabellum 08, System Luger mit einem 7,65-Millimeter-Kaliber. Sie soll aus einer Entfernung von weniger als einem Meter auf die vier Opfer abgefeuert worden sein.

Die Parabellum wurde unter der Bezeichnung Pistole 00 von der Schweizer Armee bis 1946 verwendet und ist heute als Sammlerobjekt heiss begehrt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Parabellum sogar in der Schweiz von der Waffenfabrik Bern hergestellt.

Spezielle Munition nötig

Offiziell hat die französische Staatsanwaltschaft bislang lediglich bestätigt, dass eine Halbautomatik Kaliber 7,65 Millimeter verwendet worden war. Ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz sei bislang nicht eingegangen, wie ein Sprecher vom Bundesamt für Justiz gegenüber SF Online sagte.

Sollten sich die Recherchen der Briten bewahrheiten, dürfte die verwendete Waffe die Ermittlungen substantiell weiterbringen. Denn die Parabellum funktioniert nur mit spezieller Munition.

Diese, so führt Philip Boyce, ein international anerkannter Waffenexperte gegenüber dem «Sunday Telegraph» aus, wurde entweder «über Jahrzehnte» irgendwo gelagert oder sie wurde gekauft. In diesem Fall wäre der Käufer leicht ausfindig zu machen, ist Boyce überzeugt.

Was jedoch erschwerend dazu kommen könnte: Auch wenn sie im Militär bereits lange ausgedient hatte, war die Parabellum bis in die 80er Jahre etwa als Wettkampfwaffe im Umlauf, wie SF Online schreibt. Bis heute wird sie auf Waffenauktionen angepriesen.

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