Flughafen Zürich: Schoss Polizei-Mitglied Selfie beim Autofahren?
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Flughafen ZürichSchoss Polizei-Mitglied Selfie beim Autofahren?

Auf Facebook hat ein Sicherheitsbeauftragter der Flughafenpolizei ein Selfie veröffentlicht, das ihn am Steuer zeigt. Falls er dieses beim Fahren geschossen hat, drohen ihm Konsequenzen.

von
rom

«Booooaaaa! So geils Wätter.» Das postete ein Sicherheitsbeauftragter der Kantonspolizei Zürich in einer geschlossenen Facebook-Gruppe für Singles und stellte ein Foto dazu. Auf diesem trägt er lässig eine Sonnenbrille, über seine Uniform führt quer ein Gurt. Es ist unschwer zu erkennen: Der Mann sitzt gerade am Steuer eines Autos.

«Das geht gar nicht», sagt ein Leser-Reporter, der anonym bleiben möchte. «Für Polizisten gelten doch die gleichen Rechte wie für uns alle.» Sein Vater sei erst vor zwei Wochen von der Polizei gebüsst worden, weil er ohne Freisprechanlage beim Autofahren telefoniert habe. «Und dieser Polizist kann einfach machen, was er will.» Das müsse Konsequenzen haben.

«Kein vereidigter Polizist»

Laut Beat Jost, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, handelt es sich bei der fraglichen Person um einen Sicherheitsbeauftragten der Flughafenpolizei: «Es ist kein vereidigter Polizist, der beispielsweise Bussen ausstellt.» So oder so: Falls er beim Schiessen dieses Fotos Auto gefahren ist, wäre dies eine Verkehrsübertretung, die gemäss Jost geahndet würde: «Da behandeln wir Angehörige der Polizei wie alle anderen Leute.» Welche Konsequenzen es hätte, will der Sprecher nicht sagen.

Die Kapo kläre nun intern ab, wie das Foto entstanden sei. Es kann sein, dass der Polizeiangehörige tatsächlich ein Selfie gemacht hat – aber ob er dabei gefahren ist? Möglich ist ebenfalls, dass der Beifahrer auf den Auslöser gedrückt hat oder dass die Aufnahme von einer Dash-Cam stammt. Sicher ist laut Jost einzig, dass sich der Mann nicht in einem Patrouillenfahrzeug der Polizei abgelichtet hat: «Damit dürfen Sicherheitsbeauftragte der Flughafenpolizei gar nicht fahren.»

5-wöchige Ausbildung

Sicherheitsbeauftragte der Flughafenpolizei kontrollieren Personen, Handgepäck und eingechecktes Gepäck. Zu diesem Zweck dürfen sie Passagiere abtasten und in deren Taschen schauen. Hauptziel ist, dass nichts Gefährliches an Bord gelangt. Die Ausbildung dauert fünf Wochen. Voraussetzung für den Job ist unter anderem: Einwandfreier Leumund und Schweizer Pass. Mit 945 Mitarbeitenden - davon viele Teilzeit - ist es die grösste Abteilung innerhalb der Kantonspolizei Zürich mit total rund 3700 Angestellten. (rom)

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