Wo ist die ARA San Juan?Schräge Theorien um das verschollene U-Boot
Waren es die Nordkoreaner? Oder die Briten? Im Netz geistern die wildesten Verschwörungstheorien zum Verschwinden des argentinischen U-Boots.
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Zehn Tage nach dem Verschwinden des argentinischen U-Bootes im Südatlantik mehren sich die Anzeichen einer Tragödie. Die Suche gehe weiter, bis endgültig Klarheit über das Schicksal der 44 Besatzungsmitglieder herrsche, erklärte Marine-Sprecher Enrique Balbi am Freitag. Es gebe keine Hinweise auf einen Angriff auf das U-Boot.
Was steckt hinter dem mysteriösen Verschwinden der ARA San Juan?, fragen sich viele Argentinier. Das sind einige Erklärungen, die derzeit in den Medien und auf Social Media herumgereicht werden:
Greift Grossbritannien Argentinien an?
Der Nachrichtensender Crónica liess den umstrittenen Journalisten Santiago Cúneo zu Wort kommen. Dieser behauptet, dass hinter dem U-Boot-Unglück ein möglicher Angriff ausländischer Kräfte steckt. Weil die Crew keinen Notruf absetzte, glaubt Cúneo, dass «sie offenbar von etwas überrascht wurden». Was genau dieses «Etwas» ist, sagte Cúneo nicht.
Wie liesse sich aber sonst erklären, dass britische und US-Kriegsschiffe so rasch im Südatlantik gewesen seien, um bei der Suche nach dem U-Boot zu helfen? «Wir wollen Beweise, dass sie uns nicht angegriffen haben», forderte der Journalist.
In Argentinien wird seit über einer Woche ein U-Boot vermisst. Video: Tamedia/AFP
(Video: Tamedia/AFP)
Noch schräger hört sich die These eines Journalisten, der unter dem Pseudonym Jack Samu schreibt: «Und wenn das eine Kriegserklärung war?», fragte er auf Facebook. Dutzende User kommentierten seinen Beitrag und wiesen auf die Errichtung eines US-Militärstützpunkt in Ushuaia in Feuerland vor einem Jahr hin. Schliesslich besitze die strategische Zone in Patagonien eines der grössten Wasserreservoirs der Erde.
Der Kalte Krieg reloaded?
Die Gruppe Real News hat eine weitere Verschwörungstheorie aufgestellt: Die ARA San Juan könnte von einem russischen oder einem nordkoreanischen Torpedo getroffen worden sein. «Ein U-Boot verschwindet nicht einfach so», sagte der anonyme Sprecher in einem Youtube-Video. «Es wurde absichtlich versenkt.» Möglicherweise seien nukleare Sprengköpfe auf dem Weg nach Kuba im Südatlantik transportiert worden, so die wilde These. Dabei sei die ARA San Juan mehr oder weniger zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.