Aktualisiert 05.10.2004 12:04

Schranken für Gentests beim Menschen

Gentests am Menschen erhalten gesetzliche Schranken. Der Nationalrat hat am Dienstag bei der Beratung des Bundesgesetzes zu genetischen Untersuchungen beim Menschen die letzte Differenz zur Kleinen Kammer widerstandslos ausgeräumt.

Damit ist die Vorlage bereit zur Schlussabstimmung am kommenden Freitag.

Bei der letzten kleinen Differenz ging es um die Beratung schwangerer Frauen bei pränatalen Risikoabklärung. Der Ständerat hatte am (gestrigen) Montag einer abgeschwächten Beratungspflicht im neuen Bundesgesetz zugestimmt und damit eine Brücke zur Position des Nationalrates geschlagen, wie Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP/TI) sagte. Die Grosse Kammer erklärte sich denn auch oppositionslos damit einverstanden, dass die Fachstellen in den Kantonen «in allgemeiner Weise» beraten sollen.

Die Gesetzesvorlage bestimmt die Voraussetzungen, unter denen genetische Untersuchungen beim Menschen vorgenommen werden dürfen - namentlich in den vier Bereichen Medizin, Arbeit, Versicherung und Haftpflicht. Es regelt zudem auch die Erstellung so genannter DNA-Profile zur Klärung der Identität einer Person, sofern dazu nicht eigene Bestimmungen zur Anwendung kommen. Ausgeklammert ist aber der ganze Forschungsbereich, der in einem separaten Gesetz geregelt werden soll. Im Gesetz verankert ist ein Diskriminierungsverbot. Die Vorlage enthält auch eine Reihe von Schutzmassnahmen gegenüber Arbeitgebern und Versicherungen. So dürfen Versicherungen keine Gentests verlangen und grundsätzlich auch keine Nachforschungen anstellen. Ein generelles Nachforschungsverbot im Versicherungsbereich wurde allerdings nicht statuiert. Die Lebensversicherer dürfen danach Einsicht in frühere Gentests verlangen, wenn die Versicherungssumme 400.000 Franken oder die jährlich Invaliditätsrente 40.000 Franken übersteigt. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.