Warten auf das Fed: Schrauben die USA heute den Leitzins hoch?
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Warten auf das FedSchrauben die USA heute den Leitzins hoch?

Die USA werden die Nullzinspolitik endgültig aufgeben: Die Zinserhöhung auf 0,50 Prozent gilt als gesetzt. Und: Alle warten auf noch stärkere Signale.

von
Isabel Strassheim
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Janet Yellen: Die Chefin der US-Notenbank hat die Konjunkturentwicklung fest im Blick.

Janet Yellen: Die Chefin der US-Notenbank hat die Konjunkturentwicklung fest im Blick.

AP/Pablo Martinez Monsivais
Bei ihrer Rede vor dem Kongressausschuss am 17. November begrüsste sie den Vorsitzenden Dan Coats und kündigte die für heute Abend erwartete Zinserhöhung schon an.

Bei ihrer Rede vor dem Kongressausschuss am 17. November begrüsste sie den Vorsitzenden Dan Coats und kündigte die für heute Abend erwartete Zinserhöhung schon an.

AP/Susan Walsh
Die Ausschussrede wurde natürlich von Händlern an der Wall Street mitverfolgt.

Die Ausschussrede wurde natürlich von Händlern an der Wall Street mitverfolgt.

epa/Justin Lane

Die Chefin der US-Notenbank Fed wird heute um 20 Uhr Schweizer Zeit zum ersten Mal nach der Finanzkrise das Zinsniveau wieder klar über Null legen: Janet Yellen dürfte die neue Spanne für den Leitzins um ein Viertel Prozent (25 Basispunkte) hochsetzen, auf neu 0,50 bis 0,75 Prozent. Davon gehen die Analysten und Märkte weltweit aus.

Das Signal, das die USA damit aussenden dürften, ist das eines Konjunkturaufschwungs. Die Notenbank kann die Zinsen nur erhöhen, weil die Wirtschaft anzieht und die Arbeitslosigkeit zurückgeht: Im November sank die Quote auf 4,6 Prozent (von 4,9 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit August 2007, also seit dem Einsetzen der Finanzkrise. Die Frage ist allerdings, ob Yellen sich in ihrer Rede heute auch für das kommende Jahr weiter optimistisch zeigt.

Was sagt Yellen zum Zinspfad 2017?

Vor allem aber lauschen die weltweiten Anleger und Ökonomen auf den Ausblick: Wie viele Zinserhöhungen deutet Yellen für das kommende Jahr an? Alles dreht sich um den Zinspfad für 2017.

Klar ist, dass die Inflation in den USA derzeit anzieht: Die jüngsten Zahlen für die Konsumentenpreise zeigten einen Anstieg auf 2,1 Prozent. Die Notenbank peilt eine Inflation von 2 Prozent an, allerdings bezieht sie sich dabei auf einen spezielleren Index. Dennoch: Von einer Deflation wie noch im vergangenen Jahr spricht in den USA niemand mehr, die Zeichen stehen klar auf eine Geldentwertung.

Märkte könnten positiv überrascht werden

Die Devisenmärkte, wie auch die Aktien- und Anleihenmärkte, haben in den letzten Wochen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte schon vorweggenommen. Der Dollar etwa erstarkte in den letzten Wochen sowohl gegenüber dem Franken als auch gegenüber dem Euro. Fällt der Zinsschritt höher aus als erwartet, könnte das die Märkte positiv überraschen. Und auch deutliche Hinweise auf weitere Zinserhöhungen im nächsten Jahr könnten für Kursbewegungen sorgen.

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