Greenpeace-Aufruf: «Schreiben Sie Marco in den russischen Knast»

Aktualisiert

Greenpeace-Aufruf«Schreiben Sie Marco in den russischen Knast»

Der Schweizer Marco Weber ist in russischer Gefangenschaft isoliert: Er hat niemanden zum Reden und keine Bücher. Jetzt ruft Greenpeace dazu auf, ihm Briefe zu schicken.

von
jam

Nachdem sich der in Russland inhaftierte Schweizer Aktivist am Sonntag erstmals seit seiner Festnahme mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt hat, appelliert Greenpeace an die Schweizer Bevölkerung, Marco Weber ins Gefängnis zu schreiben, um dem 28-Jährigen die Einsamkeit ein wenig zu versüssen.

Damit das Schreiben auch sicher in Murmansk ankommt, wartet die Organisation mit einer Reihe von Tipps auf: So sollen zum Beispiel Kritik an der russischen Regierung oder die internationalen Solidaritätsaktionen nicht thematisiert werden.

Weber hatte in seinem Brief geschrieben, er wisse, dass er das Richtige getan habe. Die Unterstützung aus dem Ausland sei für ihn sehr wichtig. Offenbar langweilt er sich aber: «Ich habe weder Bücher noch Zeitungen, TV oder jemanden zum reden.»

Protest-Brief an Putin

Weber beklagt sich über schlechte Haftbedingungen: Seit zwölf Tagen sitze er allein in einer Zelle ohne Sonnenlicht, schrieb er auf Englisch. Man solle sich aber keine Sorgen um ihn machen – zumindest vorerst nicht.

Schon seit der Verhaftung von Marco Weber und den anderen Aktivisten fordert Greenpeace seine Unterstützer dazu auf, via russische Botschaft ein Protestmail an Präsident Putin zu verfassen. Wer das vorgefertigte Formular an den Botschafter abschickt, fordert von Russland die Freiheit für die in Murmansk inhaftierten Aktivisten und die sofortige Einstellung der Ölbohrungen in der Arktis.

Schlechte Haftbedingungen

Seit über zwei Wochen sitzen 28 Aktivisten sowie zwei Reporter aus fast 20 Ländern im nordrussischen Gebiet Murmansk hinter Gittern. Die Umweltschützer hatten sich schon vor dem Brief des Schweizers über schlechte Haftbedingungen beklagt.

Die Aktivisten hatten am 18. September versucht, eine Bohrinsel des russischen Gazprom-Konzerns in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen. Ihnen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Gefängnis. (jam/sda)

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