Aktualisiert 16.02.2004 21:50

Schriftsteller rühmen auf Amazon die eigenen Werke

Prominente Autoren schreiben beim Online-Buchhändler Amazon Leserkritiken zu selbst verfassten Werken.

Die Literatur-Kritikerpäpste im Zeitalter des Internets sitzen nicht etwa im «Literarischen Quartett», sondern zuhause vor ihrem Computer. Dort schreiben sie fleissig Buchkritiken, die sie bei Amazon auf die Website stellen. Top-Rezensentin beim grössten Online-Buchhändler der Welt ist zurzeit eine gewisse Harriet Klausner; 6297 Kritiken hat sie bereits für Amazon geschrieben.

Die Ersetzung des Kunstrichters durch Volkes Stimme kann allerdings seltsame Blüten treiben. Wie die «New York Times» berichtet, haben bei Amazon Schriftsteller sich eigene Leserkritiken geschrieben. Aufgeflogen ist die Angelegenheit wegen einer Computerpanne auf der Amazon-Seite. Dadurch erschienen die aufgelisteten Kritiken anonymer Leser plötzlich unter der richtigen E-Mail-Adresse.

Selbst prominente Autoren wie zum Beispiel John Rechy («The Life and Adventures of Lyle Clemens») hatten für die eigenen Bücher lobende Kritiken verfasst und ihre literarischen Werke jeweils mit der Höchstnote (fünf Sternen) versehen.

Unter den Schriftstellern tobt gar ein regelrechter Kleinkrieg. Bestseller-Autor Dave Eggers gestand etwa, das Buch einer Kollegin bei Amazon verrissen zu haben, weil er die lobenden Kritiken für ihr neustes Werk als übertrieben gut einstufte.

(phz)

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